Mein Leben / Leo Koenigsberger

Anmerkungen

1.1
Einen historischen Stadtplan von Posen findet man in Meyers großem Konversationslexikon (1905), Band 16 zwischen Seite 204 und 205. (UB Heidelberg, LSA AI-A-DE 007)
1.2
In dem am Kapitelanfang gezeigten Stich kann man gut die großzügige Anlage des Marktplatzes erkennen.
Die Abb. 1-1 zeigt das Elternhaus Leo Koenigsbergers auf der Nordseite des Alten Marktes in Posen.

Abb. 1-1   Foto: G. Dörflinger, 2013

Das gelbe Haus (Nr. 95) wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut und nach Kriegszerstörungen 1958 wieder errichtet. Das rote Nachbarhaus (Nr. 96) stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Dem „Posener Wohnungs-Anzeiger auf das Jahr 1868“, der in der Großpolnischen Digitalen Bibliothek im Internet vefügbar ist (oai:www.wbc.poznan.pl:3642), kann man entnehmen, dass der Leinwandhändler Jacob Königsberger am Altmarkt 95/96 wohnte (S. 28).

1.3
Das 1834 gegründete Friedrich-Wilhelms-Gymanasium befand sich in der Schützenstr. 23 (später 29); es war ca. 700m von Koenigsbergers Elternhaus entfernt.
Die Schule benutzte in den ersten Jahren ein Wohnhaus (Abb. 1-2), das heute noch erhalten ist.

Abb. 1-2   Foto: G. Dörflinger, 2013

Später wurde ein eigenes Schulhaus erbaut, das um 1900 (rechts in Abb. 1-3) erweitert wurde. Hier befindet sich heute ein Lyzeum.

Hl. Jan Kante Lyzeum, früher Gymnasium
1833 wurde es aus dem einzigen bis zu dieser Zeit existierenden Gymnasium mit dem Sitz in einem klassizistischen Wohngebäude (Haus an der Straßencke) aus dem Jahr 1822 gegründet. In den Jahren 1850-57 wurde ein langer zweistöckiger Flügel, nach dem Entwurf von Friedrich W. Butzke in den Formen des sogen. Rundbogenstils errichtet. Der weitere Ausbau in den ähnlichen Formen in den Jahren 1871–73, nach dem Entwurf von Heinrich Koch (Hofflügel, Oberbau der Vorderpfarre mit der Aula und drei großen Fenstern.

Quelle: Hinweistafel am Schulhaus



Abb. 1-3   Foto: G. Dörflinger, 2013

Gerade gegenüber auf der anderen Straßenseite war das Realgymnasium. Das Gebäude blieb nicht erhalten, wohl aber die Funktion. In einem Nachkriegsbau befindet sich ein Polytechnikum.

1.4
Das Mariengymnasium war bis zur Errichtung des Wilhelms-Gymnasiums die einzige höhere Schule in Posen. Die protestisch-deutsche Bevölkerung bevorzugte das Wilhelms-Gymnasium, die katholisch-polnische das Marien-Gymnasium. Die Schule befindet sich noch am alten Platz in Posen.

Abb. 1-4   Foto: G. Dörflinger, 2013
Hl. Maria Magdalena Lyzeum, früher Gymnasium
Erbaut 1852–55, freilich nach dem Entwurf von Friedrich W. Butzke in den Formen des Rundbogenstils (1872–73 wurde ein Seitenflügel angebaut). Die Schule kontinuiert die Tradition der seit dem 14. Jh. bestehenden Pfarrschule bei dem St. Maria Magdalena Kollegiat und der Schule des Jesuitenkollegs. In der Zeit der Teilungen war sie eine Bastion des Polentums. Unter den hervorragenden Lehrern und Schülern waren u.a. Hipolit Cegielski und Jan Kasprowicz.

Quelle: Hinweistafel am Schulhaus

1.5
Im badischen Aufstand vom Juni 1849 ist Mieroslawski Obergeneral des badischen und pfälzischen Banners; er hält sich in Heidelberg im Hotel Prinz Carl auf.
Vgl. Engel, Ernst: Hotel Prinz Carl : ein hunderjähriger Gasthof. -- Heidelberg, 1888. - S. 22.

1.6
Möglicherweise handelt es sich um Naumann Löwenthal, der 1853 vom Friedrich Wilhelms-Gymnasium an die neugegründete Realschule wechselte und Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften unterrichtete. Vgl. den Lebenslauf in: Friebe, Geschichte der Königlichen Berger-Oberrealschule zu Posen, 1903, S. 36.

2.1
Die Berliner Humboldt-Universität (Abb. 2-1) wurde 1809 als Friedrich-Wilhelms-Universität gegründet. Sie erhielt das für Prinz Heinrich von Preußen (1725–1802) 1766 fertiggestellte Palais zugewiesen. Der Baumeister ist Jan Boumann der Ältere (1706–1776). Das Gebäude wurde nach Kriegszerstörungen 1943/44 1949 bis 1962 wiederaufgebaut.

Abb. 2-1   Foto: G. Dörflinger, 2013
2.2
LK-Schriften, 114
2.3
LK-Schriften, I

2.4
Der lebhafte Vortrag war für Koenigsberger charakteristisch. So beschriebt ihn Martin Krause im Nachruf auf Enno Jürgens in den Mitteilungen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Bd. 17 (1908), S. 163/164:
„ … so riß der erstere [Koenigsberger] durch die frische, durchsichtige und zündende Art seiner Vorlesungen seine Zuhörer in fortdauernder Begeisterung mit sich.“

2.5
Die beiden Gymnasiallehrer Carl Ohrtmann (1839–1885) und Felix Müller gründeten 1868 die Referatezeitschrift „Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik“, die bis 1942 bestand.

2.6
Das Berliner Kadettenhaus (Abb. 2-2) in der Littenstr. 13–17 wurde 1776 bis 1779 nach Plänen von Georg Christian Unger (1743–1799) erbaut. Es lag gerade hinter dem Gymnasium zum Grauen Kloster, das u.a. Otto von Bismarck besuchte.

Abb. 2-2   Quelle: Wikipedia. Kadettenhaus Neubau (Berlin)

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bau abgerissen und 1904 durch einen aufwendigen Neubau (Abb. 2-3 u. 2-4) für das Land- und Amtsgericht ersetzt.

Abb. 2-3 u. 2-4   Fotos: G. Dörflinger, 2013

2.7
Die Fortschrittspartei wurde 1861 von liberalen Abgeordneten in Preußen gegründet. Sie stand in den ersten Jahren in scharfer Opposition zum Kanzler Otto von Bismarck. Der Arzt Rudolf Virchow war ein führendes Mitglied der Partei.

2.8
LK-Schriften, V

2.9
LK-Schriften, II

2.10
LK-Schriften, 1

3.1
Das Hauptgebäude der Universität Greifswald wurde von 1747 bis 1750 von dem Greifswalder Mathematikprofessor Andreas Mayer (1716–1782) errichtet. Die Fotos zeigen die Frontseite (Abb. 3-1), die Hofseite (Abb. 3-2) und den später errichteten Physikturm (Abb. 3-3).

Abb. 3-1   Foto: Helmut Dörflinger, 2008

Abb. 3-2   Foto: Helmut Dörflinger, 2008

Abb. 3-3   Foto: Helmut Dörflinger, 2008

3.2
Johann Grunert wohnte in der bei den Professoren beliebten Langen Straße in Greifswald. Den Adressbüchern der Greifswalder Universität ist zu entnehmen, dass auch Bekker, Bücheler, Dahrenstädt, Erdmannsdörfer, Feilitzsch, Koenigsberger und Usinger in dieser Straße wohnten.

3.3
Dem Greifswalder Adressbuch ist zu entnehmen, das Dahrenstädt von 1861 bis 1868 Universitätsrichter und -Syndicus war. 1866 bis 1867 wohnte er am Markt 11 (Abb. 3-4), einem Wohnhaus vom Anfang des 15. Jahrhunderts, das 1853/56 und 1957 restauriert wurde.

Abb. 3-4   Foto: Helmut Dörflinger, 2008

3.4
Lt. dem Adressbuch der Greifswalder Universität wohnte Koenigsberger bei der Witwe Kosegarten in der Fischstr. 9. Das alte Haus besteht nicht mehr.

3.5
LK-Schriften, 5

4.1
Das Heidelberger Naturwissenschaftliche Institut (Abb. 4-1), war 1863 von Wilhelm Waag errichtet worden. Es enthielt zwei Dienstwohnungen; die Wohnung im 1. Stock (mit Balkon) hatte Hermann Helmholtz inne, die im 2. Stock Gustav R. Kirchhoff.

Abb. 4-1   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.2
Heidelberg, Hauptstr. 62 gibt das Universitäts-Adressbuch vom SS 1869 an.

4.3
Der Unfall wird auch von Sir Henry Roscoe in seinen Erinnerungen Ein Leben der Arbeit auf S. 71 geschildert.
Die beiden nächsten Briefe beziehen sich auf zwei sehr unglückliche Zufälle. Der erste auf eine Explosion, bei der sich Bunsen erstlich verletzte, der zweite auf ein sonderbares Erlebnis, das an den bekannten Unfall Isaak Newtons erinnert, nur daß in diesem Falle nicht der Hundsdiamant die Ursache war, sondern Sonnenstrahlen, die durch eine kugelige Wasserflasche fielen. Als Bunsens erster Unfall bekannt wurde, gab er zu einer begeisterten Kundgebung für den Meister Anlaß. Es hieß, Bunsen wäre erblindet, und auf diese Nachricht füllte sich der ganze Wredeplatz mit Studenten, die ängstlich auf Nachrichten von ihrem geliebten Lehrer warteten. Als der Arzt auf dem Balkon erschien und den Wartenden mitteilte, Bunsen hätte keinen ernsten Schaden erlitten, ließ ein donnernder Jubelruf die Luft erzittern. Am Abend brachten die „Burschen“ Bunsen einen Fackelzug und sagen das „Gaudeamus“ unter seinen Fenstern.

4.4
Georg Gottfried Gervinus hatte 1863 das Haus in der Heidelberger Ebert-Anlage 5 (Abb. 4-2) erworben.

Abb. 4-2   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.5
Das Chemische Laboratorium (Abb. 4-3) in der Plöck 55 wurde 1854/55 von Heinrich Lang gebaut.

Abb. 4-3   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.6
„Schrieders Hotel zum Europäischen Hof“ in der Friedrich-Ebert-Anlage 1a (damals Leopoldstr.) war nur zwei Häuser von Koenigsbergers Wohnung entfernt,

4.7
Das Abschiedsessen für Kirchhoff und Koenigsberger fand am 7.3.1875 im Hotel Prinz Carl statt. Die Menukarte ist noch erhalten; sie zeigt auf der Rückseite den Kornmarkt mit dem „Prinz Carl“.

4.8
Gustav R. Kirchhoff und Robert W. Bunsen entdeckten 1860 in Heidelberg in dem 1707/08 von Johann Adam Breunig errichteten „Haus zum Riesen“ (Abb. 4-4) die Spektralanalyse.

Abb. 4-5   Foto Helmut Dörflinger, 2004

4.9
LK-Schriften, IX

4.10
LK-Schriften, XI

4.11
Prof. Schliephake wohnte in der Unteren Str. 11. Von dem Haus ist nur noch das Tor (Abb. 4-5) erhalten.

Abb. 4-6   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.12
Vom Grab Gervinus' ist noch die Portraitbüste (Abb. 4-6) auf dem Heidelberger Bergfriedhof erhalten.

Abb. 4-6   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.13
Das Grab Hesses am Heidelberger Bergfriedhof wurde inzwischen aufgelöst.

4.14
LK-Schriften, III

4.15
Ernst Pfitzer berichtet 1903 auf S. 277 in seinem Beitrag Wilhelm Hofmeister, der in der Festschrift Heidelberger Professoren aus dem 19. Jahrhundert publiziert wurde:
Im Jahre 1871 begann der Heidelberger Universitätsstreit, von kleinen Anfängen ausgehend, allmählich immer mehr anwachsend und schließlich die Universität in zwei Lager spaltend, die selbst den geselligen Verkehr miteinander abbrachen.

4.16
Kirchhoff schrieb in einem Brief vom 12.12.1872 an Eduard Zeller, dass die zweitägige Hochzeitsreise nach Frankfurt am Main ging. Vgl. http://histmath-heidelberg.de/zitat/kirchhoff-zeller.htm.

4.17
10. August 1973 heirate Koenigsberger in der Russischen Kapelle (Abb. 4-7) in Baden-Baden.

Abb. 4-7   Foto: G. Dörflinger, 2010

4.18
Koenigsberger bezog das Haus in der Ebert-Anlage 31 (Abb. 4-8).

Abb. 4-8   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

4.19
LK-Schriften, III

4.20
Fuchs wohnte in seiner Heidelberger Zeit in der Hauptstr. 23. In diesem Haus (Abb. 4-9) befand sich bis 2009 die von Theodor Heuß 1945 gegründete Rhein-Neckar-Zeitung. Vgl. auch http://histmath-heidelberg.de/heidelberg/haupt23.htm.

Abb. 4-9   Helmut Dörflinger, 2004

5.1
Das Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Residenz- und Hauoptstadt Dresden gibt 1875 auf S. 184 an: Königsberger, Leo, Großherzogl. Geh. Hofrath, Professor a. K. Polytechnikum, Ammonstr. 7 (von Ostern an).

5.2
Das Dresdner Polytechnikums ging aus der 1828 gegründeten Technischen Bildungsanstalt Dresden hervor. 1871 erhielt die Einrichtung die Anerkennung als Königlich-Sächsisches Polytechnikum. Die Abb. 5-1 zeigt das Hauptgebäude im Jahr 1907

Abb. 5-1   Quelle: Wissenschaftlicher Führer durch Dresden / hrsg. von Fr. Schäfer. – Dresden, 1907. – S. 31

5.3
LK-Schriften, III

5.4
Leo Koenigsberger berichtet im Band 1 (1877) des Repertoriums der literarischen Arbeiten aus dem Gebiete der reinen und angewandten Mathematik, S. 191-200 und 340-348 über die nachgelassenen Schriften Richelots. (Online //www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/13260)

5.5
Von dieser Zeitschrift sind nur 2 Bände erschienen. Vgl. http://ub-fachinfo.uni-hd.de/math/txt/Koenigsb/repertorium.htm.

6.1
Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger … für Wien und Umgebung von 1880 gibt auf S. 495 für Koenigsberger die Adresse „Universitätsstr. 2“ an. Unmittelbar dahinter ist die vom Architekten Heinrich Ferstel geplante Votivkirche, die bei Koenigsbergers Einzug noch nicht ganz fertiggestellt war (Einweihung am 24.4.1879).

6.2
Die Wiender Universität wurde 1365 gegründet und ist somit 21 Jahre älter als die Heidelberger.
1815 wurde das Polytechnische Institut in Wien gegründet und 1872 in eine Technische Hochschule umgewandelt.

6.3
LK-Schriften, 17 – 19

6.4
LK-Schriften, V

6.5
LK-Schriften, VI

7.1
LK-Schriften, VII

7.2
Koenigsberger wohnte zu diesem Zeitpunkt in der Friedrich-Ebert-Anlage 14 (damals Leopoldstr. 12), s. Abb. 7-1.

Abb. 7-1   Foto: G. Dörflinger, 2005

7.3
Das Haus in der Kaiserstr. 2a (Abb. 7-2) wurde von den Architekten Jakob Henkenhaf und Friedrich Ebert errichtet. Das bedeutendste Bauwerk dieser Firma ist die 1903 fertiggestellte Heidelberger Stadthalle.

Abb. 7-2   Foto: Helmut Dörflinger, 2004

7.4
Hermann von Helmholtz berichtet über den Edisonschen Phonographen, der auf der Versammlung vorgestellt wurde, und über die Hertzsche Rede in einem Brief vom 20.9.1889 an seine Frau Anna.
Siehe http://ub-fachinfo.uni-hd.de/math/txt/Helmholtz/natforscher89.htm.

7.5
LK Schriften, VIII

7.6
Vgl. „Verdächtigung — Beleidung — Genugtuung : die Osthoff-Affäre http://ub-fachinfo.uni-hd.de/math/txt/Koenigsb/Welcome.html.

7.7
LK-Schriften, IX; digital http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/12996.

7.8
LK-Schriften, XI; digital http://ub-fachinfo.uni-hd.de/math/htmg/HHelmholtz.htm.

7.9
LK-Schriften, X

7.10
Der 3. Internationale Mathematiker-Kongress tagte 1904 in Heidelberg. Zum Kongress allgemein siehe http://histmath-heidelberg.de/htmg/imc-1904.htm; die Jacobi-Rede findet man digital unter http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/12997 und die ausführliche Jacobi-Biographie Leo Koenigsbergers unter http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/koenigsberger1904

7.11
Günter Kern gibt in seiner Schrift Die Entwicklung des Faches Mathematik an der Universität Heidelberg 1835–1914 [ca. 1992] (digital http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/14583) bei der Anm. 44.2 an, dass hierzu keine Dokumente auffindbar sind.

7.12
Den Glückwunsch der Preußischen Akademie zum 50jähriges Doktorjubiläum 1910 findet man digital unter http://histmath-heidelberg.de/zitat/koenigsberger-dr50.htm.

7.13
Das Ringen um das 2. Ordinariat ist ebenfalls bei Günter Kern auf Seite 41–46 digital S. 19–21) beschrieben.

7.14
Paul Stäckel schrieb am 2. September 1915 an den Heidelberger Mathematikhistoriker Karl Bopp:
„Koenigsberger geht es sehr gut. Er hat jetzt eine Starbrille. Gestern bekam ich eine von ihm selbst mit fester Hand geschriebene Postkarte. Er und die Seinen sind überaus glücklich über den vollständigen Erfolg der Operation.“
(Aus dem in der UB Heidelberg verwahrten Nachlass Karl Bopps)

7.15
Anlässlich des 50jährigen Professorenjubiläums entstand eine Fotographie Leo Koenigsbergers (Abb. 7-3), die im Nachlass seines Schülers Hans Falkenhagen aufgefunden wurde. Sie trägt die Beschriftung: Excellenz Geh. Regierungsrat Prof. Dr. L. Koenigsberger zu seinem 50ten Professoren-Jubiläum, Heidelberg 1913

Abb. 7-3   Foto: Nachlass des Physikers Hans Falkenhagen (1895-1971) / Harzbücherei Wernigerode, Klint 10, 38855 Wernigerode

Koenigsberger erhielt seine Ernennungsurkunde am 28. Nov. 1863 (vgl. Heidelberger Gelehrtenlexikon) zur Anstellung Ostern 1864. Die Jubiläumsfeier fand entsprechend dem Dienstantritt im April 1914 statt.

7.16
Die Plakette wurde in die Wand des Friedrichbaus, des damaligen Naturwissenschaftlichen Instituts, eingelassen.

Abb. 7-4   Foto: Rolf Busam, 2004

Dort verblieb sie bis 1936. Herbert Seifert berichtet:

Kurz vor der 550-Jahrfeier der Universität im Jahr 1936 eilte der Dekan aufgeregt durch die Räume des Instituts und verlangte, daß alle Abbildungen von Juden entfernt würden, damit ihr Anblick nicht den Führer beleidige, der zur Feier erwartet wurde. Herr Seifert erwiderte, daß die Plakette von Koenigsberger ja von Lenard, dem bedeutendsten Vorkämpfer der „Deutschen Physik“, gestifte sei. Verwirrt zog der Dekan ab. Nach zwei Tagen kam dann doch ein Maurer, baute die Plakette aus und stellte sie auf den Speicher.
(Nach einer Gesprächsnotiz von Wilhelm von Waldenfels mit Herbert Seifert)
(In: Das Mathematische Institut der Universität Heidelberg im Dritten Reich / Staatsexamensarbeit von Florian Jung. - 1999. - S. 47)
Man nahm an, dass die Plakette im 2. Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Im Besitz des Instituts war lediglich eine Fotografie, die Herbert Seifert angefertigt hatte, verblieben.

Anläßlich der Tagung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 2004 in Heidelberg forschte man nochmals nach dem Verbleib der Plakette. Sie wurde dann von Werner Moritz, dem Leiter des Universitätsarchivs, im Archiv entdeckt. Jetzt befindet sich die Plakette im Seifert-Raum des Mathematischen Instituts.

7.17
Die Festreden Leo Koenigsbergers in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sind digital unter http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/15702 verfügbar.

7.18
Siehe Anm. 7.17

7.19
Siehe Anm. 7.17


Text: Leo Koenigsberger, 1919
Anmerkungen und Personenregister: Gabriele Dörflinger, 2004-2014


Letzte Änderung: Februar 2015     Gabriele Dörflinger   Kontakt

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