Personen E-K

 

in den Nachrufen von Emil Lampe.

Encke, Johann Franz
Astronom, * 23.9.1791 in Hamburg, † 28.8.1865 in Spandau (heute zu Berlin).
Encke war 1822-25 Direktor der Sternwarte Seeberg bei Gotha, danach Astronom der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, seit 1844 Professor der Astronomie. Er berechnete die Bahn des nach ihm benannten Enckeschen Kometen, lieferte außerdem Beiträge zur astronomischen Störungstheorie und zahlreiche Bahnberechnungen von Planetoiden und Kometen sowie die erste genaue Bestimmung der Sonnenparallaxe aus den Venusdurchgängen von 1761 und 1769.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Johann_Franz_Encke
⇒   08K, 12W

Engel, Friedrich
Mathematiker, * Lugau 26. 12. 1861, † Gießen 29. 9. 1941;
er studierte von 1879 bis 1883 Mathematik in Berlin und Leipzig und wurde 1883 in Leipzig promoviert. Von Felix Klein empfohlen ging er 1884 als Assistent Sophus Lies nach Norwegen. Er kehrte 1886 mit ihm nach Leipzig zurück. 1889 wurde er dort a.o. Professor. 1904 wurde er als ord. Prof. nach Greifswald berufen, kehrte 1913 wieder nach Gießen zurück, wo er bis zu seiner 1931 wirkte.
Ohne die Mitwirkung Engels wäre die dreibändige »Theorie der Transformationsgruppen« von Sophus Lie nicht zustande gekommen.
      Quellen:
      NDB 4(1959), S. 501 f.
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engel_(Mathematiker)
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Engel/
⇒   14L

Euler, Leonhard
schweizer. Mathematiker,
* Basel 15.4.1707, † Sankt Petersburg 18.9.1783; Schüler von Johann Bernoulli; wurde bereits 1727 an die Petersburger Akademie berufen, wo er 1730 eine Physikprofessur übernahm und 1733 als Nachfolger von D. Bernoulli Prof. für Mathematik wurde. 1741 folgte er einem Ruf von Friedrich II. nach Berlin und war dort 1744-65 Direktor der mathemat. Klasse der Akademie der Wissenschaften; 1776 Rückkehr an die Petersburger Akademie. Auch als E. 1767 völlig erblindete, ließ seine Schaffenskraft nicht nach; er hinterließ fast 900 Arbeiten, die sowohl die reine und angewandte Mathematik als auch die Astronomie und Physik betrafen.   …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 6, S. 648-649
      Meschkowski, S. 80-83
      DSB 4, S. 467-484
      DBE Bd. 3, S. 192-194
      ADB Bd. 6, S. 422-431
      NDB Bd. 4, S. 688 f.
      Pogg. I. Sp. 689-703
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Euler/
      //de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Euler
⇒   12C

Fermat, Pierre de
frz. Mathematiker,
* Beaumont-de-Lomagne (bei Montauban; getauft 20. 8.) 1601, † Castres 12. 1. 1665. F. war nach dem Studium der Rechtswissenschaften ab 1631 Rat am Gericht zu Toulouse. Er zählt, obwohl er die Mathematik nur in seiner Freizeit betrieb, zu den größten Mathematikern seines Zeitalters. Seine Erkenntnisse verbreitete F. meist in Briefform. Im Geiste F. Viètes betrieb er die Algebraisierung geometr. Probleme (hauptsächlich aus der Kegelschnittlehre des Apollonios von Perge) und entwickelte dabei 1636 die Grundlagen der Koordinatenmethode. Die von F. benutzten »Quasigleichungen« erlaubten es ihm, zahlr. Extremwertaufgaben und Tangentenprobleme zu lösen. Sie stellten eine wichtige Voraussetzung für die spätere Differentialrechnung dar. Der bekannteste Beitrag F.s zur Zahlentheorie, die sein Hauptarbeitsgebiet war, ist die (erst 1993/94 gelöste) → fermatsche Vermutung. Daneben sind der kleine → fermatsche Satz und die → fermatschen Zahlen in Algebra und Zahlentheorie wichtig. Mit B. Pascal korrespondierte Fermat über Fragen der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Für die mathemat. Methodologie von Bedeutung waren F.s Überlegungen zum »unbegrenzten Abstieg«, die ihn in die Nähe der von Pascal entdeckten Methode der vollständigen Induktion führten. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften ist v. a. das → fermatsche Prinzip zu nennen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 7, S. 208
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Fermat/
      //de.wikipedia.org/wiki/Fermat
⇒   08K

Flatow, Friedrich von
General der Infanterie und Direktor der Kriegsakademie in Potsdam, * Meseritz 29. 11. 1820; † Berlin 9. 9. 1892;
1848 wurde er an die Berliner Kadettenanstalt versetzt und wirkte hier als Lehrer bis 1859. Dann kehrte er in sein Regiment zurück und wurde 1863 zum Direktor der Potsdamer Kriegsschule ernannt.
      Quellen:
      Priesdorff 8, S. 346-348
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Flatow
⇒   21D

Forstner, von (Leutnant)
Unterrichtete von 1826 bis 1843 Mathematik an der Preuß. Kriegsakademie.
      Quelle:
      Schwertfeger, Bernhard: Die großen Erzieher des deutschen Heeres. 1936, S. 144
⇒   21D

Franklin, Fabian
Ingenieur, Mathematiker und Journalist, * Eger (Ungarn) 18. 1. 1853, † New York 9. 1. 1939;
er studierte in Washington (Promotion 1869) und arbeitete als Landvermesser und Ingenieur. Von 1876 bis 1880 studierte er Mathematik an der Johns Hopkins University und war bis 1883 Assistent von James Joseph Sylvester. Ab 1895 arbeitete er als Journalist und Schriftsteller.
      Quellen:
      //en.wikipedia.org/wiki/Fabian_Franklin
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Franklin_Fabian/
⇒   12C

Fredholm, Erik Ivar
schwedischer Mathematiker, * Stockholm 7. 4. 1866, † Mörby (bei Stockholm) 17. 8. 1927;
Professor für rationale Mechanik und mathematische Physik an der Universität Stockholm; begründete 1903 die moderne Theorie der Integralgleichungen (fredholmsche Theorie) und lieferte grundlegende Arbeiten zu partiellen Differenzialgleichungen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Erik_Ivar_Fredholm
⇒   27P

Fresnel, Augustin Jean
frz. Ingenieur und Physiker, * Broglie (bei Bernay) 10. 5. 1788, † Ville-d'Avray (bei Sèvres) 14. 7. 1827; war als Ingenieur für Straßen- und Brückenbau in versch. staatl. Funktionen tätig; ab 1823 Mitgl. der Académie des sciences. Nebenberuflich befasste sich F. mit der physikal. Optik. Er verhalf mit seinen experimentellen und theoret. Arbeiten (ab 1815) der Wellentheorie des Lichtes zum Durchbruch und wies experimentell durch Interferenz die Wellennatur des Lichtes nach (→ fresnelscher Spiegelversuch). Er verschärfte das → huygenssche Prinzip zum huygens-fresnelschen Prinzip und gab auf der Basis der Wellenvorstellung 1822 eine Theorie der Beugung an Gittern, Öffnungen und Schirmen an (→ fresnelsche Zonenkonstruktion). Ihm gelang die erste Wellenlängenbestimmung des Lichtes. Versuche zur Polarisation des Lichtes (in Zusammenarbeit mit D. F. J. Arago) führten ihn 1821 zu der Erkenntnis, dass Licht aus Transversalwellen besteht. Er erklärte die Drehung der Polarisationsebene von linear polarisiertem Licht, die von ihm entdeckte zirkulare und ellipt. Polarisation sowie die Polarisation bei Reflexion. In vielen Arbeiten beschäftigte er sich mit technischen Problemen der Signalgebung von Leuchttürmen (u. a. Konstruktion der Stufen- oder → Fresnel-Linse).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 7, S. 691
      //de.wikipedia.org/wiki/Augustin_Jean_Fresnel
⇒   12C, 15B

Freytag, Gustav
Kulturhistoriker und Schriftsteller, * Kreuzburg O. S. 13. 7. 1816, † Wiesbaden 30. 4. 1895.
Freytag war 1839-44 Privatdozent für deutsche Literatur an der Universität Breslau. 1848-61 und 1867-70 leitete er in Leipzig mit Julian Schmidt (* 1818, † 1886) die Wochenschrift »Die Grenzboten«, die er zum einflussreichsten Organ des nationalliberalen deutschen Bürgertums machte. Freytag lehnte den demokratischen Radikalismus der Jungdeutschen ebenso ab wie die romantisierende Flucht aus der Gegenwart; seine Aufgabe sah er in der Stärkung des bürgerlichen Standesbewusstseins und der bürgerlichen Tugenden. 1867-70 war Freytag Abgeordneter der Nationalliberalen Partei im Norddeutschen Reichstag. — Freytags erfolgreichster Roman, einer der meistgelesenen in Deutschland bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, war »Soll und Haben« (1855, 3 Bände); der Entwicklungsroman stellt die Tugenden des deutschen Kaufmanns dar als Gegenbild zum stereotyp negativ gezeichneten jüdischen Geschäftsmann. Das Werk, das erzählerisch in der Tradition von C. Dickens und W. Scott steht, beförderte damit antisemitische Vorurteile, obwohl Freytag selbst später von antisemitischen Positionen abrückte. Der Romanzyklus »Die Ahnen« (1872-80, 6 Bände) schildert die Schicksale einer deutschen Familie von der germanischen Vorzeit bis zur Gegenwart. — Die »Bilder aus der deutschen Vergangenheit« (1859, 2 Bände) sind sein kulturgeschichtliches Hauptwerk. Einflussreich war auch seine Schrift »Die Technik des Dramas« (1863).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Freytag
⇒   08K

Frobenius, Ferdinand Georg
Mathematiker, * Berlin 26. 10. 1849, † Charlottenburg (heute zu Berlin) 3. 8. 1917;
Professor in Zürich (1875-91) und Berlin. Durch seine Arbeiten zur Theorie der Gruppen und ihrer (später für die Quantenmechanik wichtigen) Darstellungen durch Substitutionen sowie zur Theorie der Formen förderte Frobenius die abstrakte Betrachtungsweise in der Algebra; weitere Arbeiten betrafen u. a. die Differenzialgleichungen und die Zahlentheorie.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Georg_Frobenius
⇒   16H

Fuchs, (Immanuel) Lazarus
Mathematiker,
* Moschin (poln. Mosina, bei Posen) 5.5.1833, † Berlin 26.4.1902; Prof. in Greifswald (1869-74), Göttingen, Heidelberg (1875-84) und Berlin. F. behandelte v.a. algebraische und funktionentheoret. Probleme sowie bes. die Theorie der homogenen linearen Differenzialgleichungen n-ter Ordnung im Komplexen mit analyt. Koeffizientenfunktionen (fuchssche Differenzialgleichungen).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 8, S. 29
      Gottwald S. 159-160
      HGL S. 75-76
      NDB Bd. 5, S. 675
      Pogg. III. S. 483-484, IV. S. 466-467
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/fuchs.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Fuchs/
      //de.wikipedia.org/wiki/Lazarus_Immanuel_Fuchs
⇒   27P

Galois, Évariste
franz. Mathematiker, * Bourg-la-Reine 25. 10. 1811, † (nach einem Duell) Paris 31. 5. 1832.
Bereits 1829 entwickelte Galois die Grundzüge einer Theorie der algebraischen Gleichungen. Krönung seines Schaffens ist die Galois-Theorie, deren Grundlagen er am Abend vor seinem Tod in einem an seinen Freund A. Chevalier gerichteten Brief formulierte. Galois wurde wegen seiner republikanischen Gesinnung mehrfach verhaftet.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/%C3%89variste_Galois
⇒   07K, 14L, 15B, 16H

Gauß, Carl Friedrich
Mathematiker, Astronom und Physiker,
* Braunschweig 30.4.1777, † Göttingen 23.2.1855. Der ab 1807 als Prof. für Astronomie und Direktor der Sternwarte in Göttingen wirkende G., bereits zu Lebzeiten als »Princeps mathematicorum« bezeichnet, gehört zu den bedeutendsten Mathematikern aller Zeiten. In seinem Werk verbinden sich bedeutende Einzelleistungen mit großer Vielseitigkeit und vollkommener Form der Darstellung sowie einer oft bis in letzte Einzelheiten gehenden exakten Durchführung seiner Ideen; dabei zeigte er stets einen prakt. Sinn für die Anwendung und Messung.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 8, S. 196
      Gottwald S. 165-167
      Meschkowski S. 96-102
      ADB Bd. 8 S. 430-445
      NDB Bd. 6, S. 101-107
      Pogg. I. Sp. 854-857
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gauss/
      //de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_Gau%C3%9F
⇒   08K, 12W, 15B, 16H, 21D, 27P

Gergonne, Joseph
franz. Mathematiker, * Nancy 19. 6. 1771, † Montpellier 4. 5. 1859;
Nach dem Besuch einer Artillerieschule wurde er 1793 Leutnant und ging 1794 mit der franz. Armee nach Spanien. 1795 verließ er die Armee und wurde in Nimes Professor für Mathematik. 1810 gründete er die renommierten »Annales de mathématiques pures et appliquées«. 1816 wurde er Astronomie-Professor in Montpellier; 1844 ging er in den Ruhestand.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Gergonne
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gergonne/
⇒   14L

Gilman, Daniel Coit
amerik. Bildungsreformer, * Norwich 6. 7. 1831, † Norwich 13. 10. 1908;
er studierte an der Yale University, war von 1856 bis 1865 Bibliothekar in Yale und reformierte das Schulwesen in New Haven. 1872 wurde er Präsident der University of California, 1875 Gründungsprä der Johns Hopkins University.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Coit_Gilman
⇒   12C

Glaisher, James Whitbread Lee
engl. Mathematiker, * Lewisham 5. 11. 1848, † Cambridge 7. 12. 1928
der Dozent an der Universität Cambridge arbeitete auf dem Gebiet der Astronomie, der Zahlentheorie und der Geschichte der Mathematik.
1871 berechnete er die Eulersche Konstante auf 100 Dezimalstellen genau. 1874 bewies er, dass es beim Damenproblem im Schach nur 92 Lösungen gibt.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/James_Whitbread_Lee_Glaisher
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Glaisher
⇒   12C

Goethe, Johann Wolfgang von (geadelt 1782)
Dichter,
* Frankfurt am Main 28.8.1749, † Weimar 22.3.1832

An Stelle einer Biographie sei hier an die 8 Besuche Goethes in Heidelberg erinnert:

  1. Mai 1775: Besuch des Großen Fasses auf der Reise in die Schweiz
  2. Auf der Rückfahrt von der Schweizreise ebenfalls in HD.
  3. Okt. 1775: Goethe wohnt mehrere Tage bei Dorothea Delph. Hier erreicht ihn die Einladung Carl Augusts nach Weimar.
  4. 1779: Auf der Reise mit Carl August in die Schweiz.
  5. 1793: Treffen mit seinem Schwager Joh. Georg Schlosser, zwecks Gründung einer gelehrten Gesellschaft.
  6. Aug. 1797: Aufenthalt bei der dritten Schweizreise.
  7. Sept./Okt. 1814: Aufenthalt bei den Brüdern Boiserée und Besichtigung ihrer Gemäldesammlung.
  8. Sept./Okt. 1815: Wiederum Gast bei den Brüdern Boiserée. Treffen mit Marianne Willemer.
Der Sohn August und der Enkel Wolfgang des Dichters studierten in Heidelberg.
      Quellen:
      Brockhaus 8, S. 669-673
      ADB Bd. 9, S. 413-448q
      NDB Bd. 6, S. 546-575
      Pogg. I. Sp. 922-923
      //de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe
⇒   15B

Gordan, Paul (Albert)
Mathematiker,
* Breslau 29.4.1837, † Erlangen 21.12.1912; Prof. in Gießen (1865-74) und Erlangen; baute die Theorie der ellipt. und der abelschen Funktionen nach der algebraisch-geometr. Seite hin aus, wobei die Lösung der Umkehrproblems im Mittelpunkt steht. Er wandte sich später der algebraischen Theorie der Formen und ihrer Invarianten zu und bewies das nach ihm benannte Endlichkeitstheorem. Außerdem lieferte er Arbeiten zur Theorie der algebraischen Gleichungen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 8, S. 713
      Gottwald S. 175-176
      Meschkowski S. 103
      NDB Bd. 6, S. 646
      Pogg. III. S. 532-533, IV. S. 515-516
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gordan/
      //de.wikipedia.org/wiki/Paul_Albert_Gordan
⇒   12C

Griffin, William Nathaniel
1815 - 1892; war Vikar von Ospringe (1848-1892).
Er errang 1837 den Preis als erster Wrangler in Cambridge. Er schrieb mehrere Mathematik- und Physikbücher:

  1. A treatise on optics.
  2. The theory of double refraction.
  3. A treatise on the motion of a rigid body.
  4. Examples in arithmetic, for the use of national and other elementary schools.
  5. Notes on the elements of algebra and trigonometry.

      Quelle:
      //cclprovenance.djshaw.co.uk/index.php?title=William_Nathaniel_Griffin
⇒   12C

Gudermann, Christoph
Mathematiker, * Vienenburg 25. 3. 1798, † Münser 25. 9. 1851;
Nach dem Mathematik-Studium in Göttingen wurde er 1823 Gymnasiallehrer in Kleve und 1832 Professor an der Universität Münster. 1838 wurde Karl Weierstraß sein Schüler.
      Quellen:
      ADB Bd. 10 (1879), S. 87f.
      //de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Gudermann
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gudermann/
⇒   12W

Gyldén, Hugo
Astronom, * Helsinki 29. 5. 1841, † Stockholm 9. 11. 1896;
studierte in Helsinki und wurde 1861 mit einer Astronomie-Schrift promoviert. 1871 wurde er Direktor der Stockholmer Sternwarte und bekannt durch Arbeiten zur Himmelsmechanik.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Gyld%C3%A9n
⇒   27P

Hamilton, Sir (seit 1835) William Rowan
irischer Mathematiker und Physiker,
* Dublin 4. 8. 1805, † Dunsik (bei Dublin) 2. 9. 1865.
Hamilton, der schon als Kind überragende intellektuelle Fähigkeiten zeigte, wurde 1827 zum Professor der Astronomie ernannt. Er entwickelte für die Mechanik in Analogie zu den Minimalprinzipien der Optik (fermatsches Prinzip) den von C. G. J. Jacobi verbesserten Formalismus (Hamilton-Jacobi-Theorie). Eine wissenschaftliche Sensation bewirkte die Vorhersage der konischen Refraktion durch Hamilton (1832), die umgehend von H. Lloyd experimentell bestätigt wurde. Der bekannteste Beitrag Hamiltons zur Mathematik sind die Quaternionen, die er als koordinatenfreie Beschreibungsmittel für räumliche Verhältnisse konzipierte. Hamilton fand auch die Interpretation der komplexen Zahlen als Paare reeller Zahlen (1833). Er verteidigte I. Kants Auffassung, die Arithmetik sei die Lehre von der reinen Zeit, und machte dessen Erkenntnistheorie im englischsprachigen Raum bekannt. Hamilton war auch schriftstellerisch engagiert; eine enge Freundschaft verband ihn mit S. T. Coleridge und W. Wordsworth. Schon zu seinen Lebzeiten galt Hamilton als einer der größten Wissenschaftler seiner Zeit.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/William_Rowan_Hamilton
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Hamilton
⇒   08K

Hannibal [punisch »Gnade des Baal«]
Feldherr und Staatsmann, * Karthogo 247 v. Chr., † Libyssa (Bithynien) 183 v. Chr.;
Sohn des Hamilkar Barkas, Widersacher Roms; überschritt im 2. Punischen Krieg 218 v. Chr. mit seinem Heer die Alpen und siegte in mehreren Schlachten, ohne die Römer entscheidend schlagen zu können. …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Hannibal
⇒   15B

Helmholtz, Hermann (Ludwig Ferdinand) von (seit 1882)
Naturforscher,
* Potsdam 31.8.1821, † Charlottenburg 8.9.1894, Vater von [Helmholtz, Richard von]; Prof. der Physiologie in Königsberg (Pr.), Bonn und Heidelberg, seit 1871 Prof. der Physik in Berlin; ab 1888 erster Präsident der neu gegründeten Physikalisch-Techn. Reichsanstalt in Charlottenburg. Entdeckte 1842 den Ursprung der Nervenfasern aus den Ganglienzellen und maß 1850 erstmals die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenerregung. Auf dem Gebiet der Musik wurde er mit seinem Werk »Die Lehre von den Tonempfindungen als physiolog. Grundlage für die Theorie der Musik« (1863) Begründer der modernen musikalisch-akust. Forschung. Auf dem Gebiet der Physik formulierte H. unabhängig von J. R. Mayer und J. P. Joule das Prinzip von der Erhaltung der Energie (»Über die Erhaltung der Kraft«, 1847). H. behandelte die Hydrodynamik der Wirbelbewegungen (1858), wurde durch Untersuchungen zur Elektrodynamik seit 1870 zum Vorkämpfer der maxwellschen Theorie und stellte die Bedeutung des Prinzips der kleinsten Wirkung (1884-94) klar heraus. 1881 führte er den Begriff der »freien Energie« ein, ebenso den des Elementarquantums der Elektrizität und veröffentlichte 1882/83 seine Studien »Zur Thermodynamik chem. Vorgänge«. Er untersuchte auch meteorolog. Erscheinungen. Unabhängig von C. Babbage erfand er 1850 den Augenspiegel, das Ophthalmometer und 1857 das Telestereoskop. H. bildete die Dreifarbentheorie des Sehens von T. Young weiter.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 9, S. 681
      Gottwald S. 197
      HGL S. 108-109
      ADB Bd. 51 S. 461-472
      NDB Bd. 8, S. 498-501
      Bad. Biogr. Bd. 5, S. 281-294
      Chronik HD Bd 2, S. 54-55
      Pagel  Sp. 713-715
      Pogg. I. Sp. 1059-1060, III. S. 611-612, IV. S. 612-613
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/helmholtz.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Helmholtz/
      //de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Helmholtz
    
Koenigsberger, Leo: Hermann von Helmholtz. - Braunschweig : Vieweg
Bd 1. 1902. - XI, 375 S. : Ill.
Bd 2. 1903. - XIV, 383 S. : Ill.
Bd 3. 1903. - XI, 142 S. : Ill.
      (Signatur UB Heidelberg: F 6834-7)
⇒   12W, 15B, 16S, 27P

Hensel, Kurt
Mathematiker, * Königsberg (heute Kaliningrad) 29. 12. 1861, † Marburg 1. 6. 1940;
war 1901-30 Professor in Marburg. Hensel, ein Schüler von L. Kronecker und Herausgeber seiner Werke, schuf die Grundlagen für die Theorie bewerteter algebraischer Körper. Seine ab 1899 entwickelten p-adischen Zahlen stellten die ersten nicht trivialen und eigens konstruierten Beispiele von Zahlkörpern dar. Sie wurden zum Anstoß für die Entwicklung der abstrakten Begrifflichkeit der Körpertheorie. Hensels Ansätze wurden v. a. von H. Hasse weitergeführt.
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hensel
⇒   21D

HERMITE, Charles
NR 16. 1901, S. 333-335 und 348-350
⇒   07K, 12C, 16H

Herrig, Ludwig
Gymnasiallehrer und Neuphilologe, * Braunschweig 12. 5. 1816, † Berlin 17. 1. 1889.
Nach dem Studium der Theologie und der Altphilologie unterrichtete er als Lehrer in Elberfeld und Berlin. 1857 gründete er die »Berliner Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen«.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Herrig
⇒   16S

Herschel, Sir (seit 1838) John Frederick William
britischer Astronom, * Slough 7. 3. 1792, † Collingwood (bei Royal Tunbridge Wells) 11. 5. 1871; wurde schon 1813 Mitglied der Royal Society, lebte danach meist als Privatgelehrter in Slough (1850-55 war er Direktor der Königlichen Münze). Herschel entdeckte zahlreiche Doppelsterne, deren Bahnen er mit einem von ihm entwickelten Verfahren berechnete. 1834 unternahm er zur Beobachtung des Südhimmels eine Expedition ans Kap der Guten Hoffnung. Der große Sternkatalog, den Herschel 1864 veröffentlichte, blieb die Grundlage für alle nachfolgenden Kataloge dieser Art.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/John_Herschel
⇒   12C

Hertz, Heinrich (Rudolf)
Physiker,
* Hamburg 22.2.1857, † Bonn 1.1.1894, Onkel von 1)[Hertz, Gustav]; Prof. der Physik in Karlsruhe (ab 1885) und Bonn (ab 1889), bestätigte durch seine Untersuchungen über die Ausbreitung elektromagn. Wellen 1887/88 die Voraussagen der maxwellschen Theorie, die er später in seinen theoret. Arbeiten vereinfachte und verbesserte. Die von ihm entdeckten hertzchen Wellen bilden eine der physikalischen Grundlagen der heutigen Funktechnnik.   …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 10, S. 14-15
      ADB Bd. 50, S. 256-259
      NDB Bd. 8, S. 713 f.
      Pogg. III. S. 623, IV. S. 626-627
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hertz
⇒   27P

Herwegh, Georg
Schriftsteller, * Stuttgart 31. 5. 1817, † Baden-Baden 7. 4. 1875;
wurde 1836 nach der Aufgabe des Theologiestudiums in Stuttgart Mitarbeiter an A. Lewalds »Europa«. 1839 floh er wegen eines Streites mit einem Offizier in die Schweiz, veröffentlichte hier die »Gedichte eines Lebendigen«, mit denen er berühmt wurde; lebte 1841-42 in Paris, dann einige Monate in Deutschland und in der Schweiz, seit 1844 wieder in Paris, führte 1848 — erfolglos — die »Pariser Deutsche Legion« an, die der Revolution in Baden zu Hilfe eilen wollte. Danach lebte er wieder in Paris, dann vornehmlich in Zürich und Liestal, seit 1866 (nach einer Amnestie) in Baden-Baden. Herweghs politisch-revolutionäre Gedichte begeisterten seine Anhänger durch leidenschaftlichen Pathos und treffende Rhetorik, u. a. mit dem »Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein« (»Mann der Arbeit, aufgewacht!« 1863).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Georg_Herwegh
⇒   12W

Hilbert, David
Mathematiker,
* Königsberg 23.1.1862, † Göttingen 14.2.1943
Statt einer Biographie die Daten zu seinen Heidelbergaufenthalten: H. studierte im Sommersemester 1881 in Heidelberg, um Lazarus Fuchs zu hören. Er wohnte in der Unterstraße 5 beim Chirurgen Scharnberger. Seine Immatrikulation wurde am 30. April eingetragen.
1904 nahm Hilbert am 3. Internationalen Mathematik-Kongress in Heidelberg teil. Leo Koenigsberger bot ihm zu diesem Zeitpunkt vergeblich das 2. Heidelberger Mathematik-Ordinariat an, das gerade gegründet wurde.
      Quellen:
      Brockhaus 10, S. 72-73
      Gottwald S. 203-205
      Meschkowski S. 119-124
      NDB Bd. 9, S. 115-117
      Pogg. IV. S. 637
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/hilbert.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Hilbert/
      //de.wikipedia.org/wiki/David_Hilbert
    
Hilbert : Gedenkband / hrsg. von K. Reidemeister. - Berlin [u.a.] : Springer, 1971. - VII, 86 S.
      (Signatur UB Heidelberg: 71 B 1831)
⇒   27P

Holtz, Wilhelm
dt. Physiker, * Saatel 15. 10. 1836, † Greifswald 27. 9. 1913.
Er studierte von 1857-1862 in Berlin, Dijon und Edinburgh Physik. 1869 wurde er in Halle promoviert, 1881 in Greifswald habilitiert und dort 1884 zum Physik-Professor ernannt.
1865 erfand er eine Influenzelektrisiermaschine.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Holtz
⇒   16S

Hoppe, Reinhold
Mathematiker,
* Naumburg/Saale 18.11.1816, † Berlin 7./9.6.1900. H. arbeitete nach seinem Studium zunächst als Lehrer. 1853 habilitierte er sich an der Univ. Berlin und erhielt 1870 den Professorentitel. Er hatte jedoch kaum Hörer.
      Quellen:
      DMV Bd. 9, S. 33-58
      NDB Bd. 9, S. 614 f.
      DBE Bd. 5, S. 172-173
      Pogg. I. Sp. 1139-1140, III. S. 655-656, IV. S. 663-664
⇒   16H

L'Hospital, Guillaume François Antoine Marquis de
franz. Mathematiker, * Paris 1661, † ebenda 2. 2. 1704;
musste aufgrund einer Sehschwäche auf die standesgemäße Offizierslaufbahn verzichten; wandte sich der Mathematik zu, in der er Privatunterricht durch Johann Bernoulli erhielt. Dessen Vorlesungen verarbeitete L'Hospital in seinem Lehrbuch der Differenzialrechnung (1696), das bis zum Erscheinen von L. Eulers »Introductio in analysin infinitorum« (1748) das Standardwerk zur Analysis blieb.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Fran%C3%A7ois_Antoine,_Marquis_de_L%E2%80%99Hospital
⇒   12C

Humboldt, Alexander Freiherr von
Naturforscher und Geograph,
* Berlin 14.9.1769, † ebd. 6.5.1859, Bruder von [Wilhelm von H.]. Nach naturwiss. und Bergbaustudien trat H. als Bergassessor in den preuß. Staatsdienst (1792-96) und begann dann mit den Vorbereitungen zu einer Expedition. Vom Humanitätsideal und der Weimarer Klassik geprägt, forschte er 1799-1804 mit dem frz. Botaniker A. Bonpland im Gebiet der heutigen Staaten Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und kehrte über Kuba und die USA nach Europa zurück. Mithilfe vieler exakter Messinstrumente verwirklichte H. erstmals ökolog. Landschaftsforschung, führte u.a. genaue Ortsbestimmungen und Höhenmessungen durch und maß die Temperaturen der später nach ihm benannten Meeresströmung. Nach der Heimkehr lebte er bis 1827 meist in Paris, wo er mit J. L. Gay-Lussac gasanalyt. Untersuchungen durchführte; v.a. aber wertete er hier in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus aller Welt seine Expedition im größten privaten Reisewerk der Geschichte aus. … 1827 kehrte H. nach Berlin zurück und hielt hier seine berühmten Vorlesungen über die phys. Weltbeschreibung. Begleitet von G. Rose und C. G. Ehrenberg unternahm H. 1829 auf Anregung von Zar Nikolaus I. eine Expedition in das asiat. Russland, deren wichtigstes Resultat die von H. in die Wege geleitete und in Zusammenarbeit mit C. F. Gauss durchgeführte Organisation eines weltweiten Netzes erdmagnet. Beobachtungsstationen war. Ab 1830 wieder in Berlin, begann H. schließlich mit der Darstellung des gesamten Wissens über die Erde.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 10, S. 316-317
      ADB Bd. 13 S. 358-383
      NDB Bd. 10, S. 33-43
      Pogg. I. Sp. 1157-1159, III. S. 668
      //de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
    
Geier, Manfred: Die Brüder Humboldt : eine Biographie. - Reinbek : Rowohlt, 2009. - 394 S. : Ill.
      (Signatur UB Heidelberg: 2009 H 7)
    
Beck, Hanno: Alexander von Humboldt. - Wiesbaden : Steiner
Bd. 1. Von der Bildungsreise zur Forschungsreise, 1769-1804. - 1959. - XVI, 303 S.
Bd. 2. Vom Reisewerk zum Kosmos 1804-1959. - 1961. - XII, 439 S.
      (Signatur UB Heidelberg: 2009 H 7)
⇒   21D

Jacobi, Carl Gustav Jacob
Mathematiker,
* Potsdam 10.12.1804, † Berlin 18.2.1851; habilitierte sich 1824 in Berlin, war 1826-43 im preuß. Königsberg tätig (ab 1830 als Ordinarius), wo er sich unter dem Einfluss von F.W. Bessel für angewandte Mathematik zu interessieren begann. 1834 richtete J. mit F.E. Neumann das mathematisch-physikal. Seminar ein, das zu einem Zentrum der Mathematikerausbildung wurde und die preuß. Universitätsreform nachhaltig beeinflusste. 1843 kehrte J. nach Berlin zurück, wo er als Mitgl. der Akademie wirkte.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 11, S. 68
      Gottwald S. 227-229
      Meschkowski S. 132-133
      ADB Bd. 50 S. 598-602
      NDB Bd. 10, S. 233 f.
      Pogg. I. Sp. 1178-1181, III. S. 681
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Jacobi/
      //de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jacob_Jacobi
    
Koenigsberger, Leo: Carl Gustav Jacob Jacobi : Festschrift zur Feier der 100. Wiederkehr seines Geburtstages. - Leipzig, 1904. - XVIII, 554 S.
      (Signatur UB Heidelberg: F 6920-4)
⇒   08K, 12W, 15B, 16H, 21D

Jochmann, Emil
Physiker,
* Liegnitz 29.7.1833, † Liegnitz 22.1.1871; J. studierte in Berlin und Breslau. Er unterrichtete in Berlin am Cölln. Realgymnasium.
Er war Mitglied in der Berliner Physikalischen Gesellschaft und in dr Redaktion der »Fortschritte der Physik«
      Quellen:
      Pogg. III. S. 692
      Koessler S. 2506
⇒   16S

Jordan, Marie Ennemond Camille
franz. Mathematiker, * Croix-Rousse 5. 1. 1838, † Paris 21. 1. 1922;
zunächst Tätigkeit als Ingenieur, 1873-1912 an der École polytechnique in Paris (1876 Ernennung zum Professor), ab 1883 auch am Collège de France. Von seinen Beiträgen zu fast allen Gebieten der Mathematik sind seine Arbeiten zur Topologie (kombinatorische Untersuchungen über Polyeder, jordanscher Kurvensatz und Begriff der Homotopie), zur Analysis (Integralbegriff) und zur Gruppentheorie bekannt geblieben. Im Zusammenhang mit gruppentheoretischen Fragen beschäftigte sich Jordan auch intensiv mit Kristallografie.
(aus Brockhaus) Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Camille_Jordan
⇒   16H

Kelting,
keine weiteren Informationen verfügbar.
⇒   16S

Kießling, (Friedrich Wilhelm) Gustav
Gymnasialdirektor,
* Zeitz 13.6.1809, † Königsbrunn (Sächsische Schweiz) 15.9.1884; nach dem Studium der Philologie und Geschichte lehrte G. Kießling ab 1830 an der Stiftsschule in Zeitz und ab 1835 als Gymasialprofessor in Meiningen. 1843 wurde er Direktor des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums in Posen. 1850 wurde er als Prov. Schulrat nach Berlin versetzt, wo ihm 1857 die Leitung des Joachimsthaler Gymnasiums übertragen wurde.
      Quellen:
      ADB  Bd. 51 S. 514-516
⇒   16S

Klein, (Christian) Felix
Mathematiker, * Düsseldorf 25. 4. 1849, † Göttingen 22. 6. 1925; ab 1872 Professor in Erlangen, 1875 in München, 1880 in Leipzig und ab 1886 in Göttingen. Kleins Arbeitsgebiete waren v.a. die Funktionentheorie und die Geometrie. Sein 1872 vorgelegtes Erlanger Programm schuf, gestützt auf den bei seinem Lehrer C. Jordan entlehnten Gruppenbegriff, Ordnung in der Vielzahl der Geometrien. 1871 und 1873 publizierte Klein zwei wichtige Arbeiten zur nichteuklidischen Geometrie, in denen er das heute nach ihm benannte projektive Modell derselben entwickelte. Die nachfolgenden Jahre galten der Auflösung der Gleichung fünften Grades mit transzendenten Mitteln sowie der Entwicklung der Theorie der elliptischen und der automorphen Funktionen. In den 90er-Jahren setzte sich Klein verstärkt mit den Anwendungen der Mathematik auseinander und schrieb mit A. Sommerfeld ein Werk über den Kreisel. Zunehmend wurde Klein auch wissenschaftsorganisatorisch tätig. Nach 1900 setzte er sich für die Modernisierung des mathematischen Unterrichts an Schule und Hochschule ein.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 12, S. 73
      Gottwald S. 248-249
      Meschkowski S. 140-144
      DMV  Bd. 34, S. 89 und 197-213
      NDB Bd. 11, S. 736 f.
      Pogg. III. S. 724-725, IV. S. 756-757
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Klein/
      //de.wikipedia.org/wiki/Felix_Klein
    
Sitzungsberichte der Berliner Mathematischen Gesellschaft, 25. Jahrgang, 1926:
  • Lorey, Wilhelm (1873-1955): Felix Kleins Persönlichkeit und seine Bedeutung für den mathematischen Unterricht. S. 54-68
  • Hamel, Georg (1877-1954): Felix Klein als Mathematiker. S. 68-80
  • Prandtl, Ludwig (1875-1953): Klein und die angewandten Wissenschaften. S. 81-87
    
Tobies, Renate: Felix Klein. - 1. Aufl. - Leipzig : Teubner, 1981. - 104 S. : Ill. - (Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner ; 50)
⇒   12C, 14L, 27P

Klix, Gustav Adolf
Theologe, Gymnasialdirektor und Schulrat, * Libbenichen 5. 10. 1822, † Schöneberg 5. 2. 1894.
Er besuchte das Gymnasium von 1833-1840 und studierte Theologie und Philosophie ab 1840 in Halle und Berlin. 1845 legte er seine Examina ab und wurde 1847 mit einer Dissertation über Plato promoviert. 1846 wurde er am Gymnasium eingestellt, wurde 1852 erster Oberlehrer am Pädagogium in Halle und ab 1854 Direktor in Glogau. Ende 1866 wurde er Schulrat in Berlin. Er erhielt zahlreiche Ehrungen.
      Quellen:
      Biographisches Jahrbuch für Altertumskunde. Bd. 19 (1897), S. 81-91
      //de.wikisource.org/wiki/Gustav_Adolf_Klix
⇒   16S

Klopstock, Friedrich Gottlieb
Dichter, * 2.7.1724 in Quedlinburg, † 14.3.1803 in Hamburg.
Das Epos »Der Messias« machte Klopstock berühmt und zum Vertreter der deutschen Empfindsamkeit.
Leben: Nach pietistischer Erziehung im Elternhaus besuchte Klopstock das Gymnasium Quedlinburg und die Fürstenschule Schulpforta (1739-45). Danach studierte er Theologie in Jena (1745/46) und Leipzig (1746–48), wo er sich dem Kreis jener Literaten anschloss, die — in Opposition zu Gottsched — die Bremer Beiträge herausgaben. 1748-50 war er Hauslehrer in Langensalza; seine Liebe zur Cousine Maria Sophia Schmidt (* 1731, † 1799), die als »Fanny« in sein Werk einging, blieb unerfüllt. 1750 lud ihn J. J. Bodmer nach Zürich ein, jedoch kam es bald zur Entfremdung. Auf Einladung des Reformers und Ministers J. H. E. Graf von Bernstorff ging Klopstock 1751 nach Kopenhagen, wo ihm der König eine Lebensrente gewährte. Klopstock wurde dort zum Mittelpunkt eines deutsch-dänischen Dichter- und Aufklärerkreises, zu dem u. a. J. B. Basedow, J. A. Cramer, H. W. von Gerstenberg, J. E. Schlegel, H. P. Sturz und F. L. Reichsgraf zu Stolberg-Stolberg gehörten. 1754 heiratete Klopstock die Hamburgerin Meta Moller (* 1728, † 1758), die »Cidli« seiner Oden. 1759-63 Aufenthalte in Halberstadt, Braunschweig und Quedlinburg, 1764-70 war Klopstock wieder in Dänemark, danach lebte er in Hamburg, wohin er Bernstorff nach dem Tod König Friedrichs V. gefolgt war. …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Gottlieb_Klopstock
⇒   16S

Kopernikus, Copernicus, Nikolaus, eigentlich N. Koppernigk, polnisch Kopernik
Astronom und Mathematiker,
* 19.2.1473 Toruń, † 24.5.1543 in Frauenburg (polnisch Frombork).
Kopernikus revolutionierte die Astronomie durch die von ihm ausgearbeitete heliozentrische Theorie des Planetensystems.
Nach dem frühen Tod des Vaters (1483) hat sein Onkel Lukas Watzenrode (1488–1512, Bischof des Ermlandes) die Ausbildung von Kopernikus überwacht. 1491–94 beschäftigte sich Kopernikus in Krakau mit humanistischen, mathematischen und astronomischen Studien. 1496–1503 hielt er sich in Italien auf. In Bologna und Padua hörte er Medizin und Rechtswissenschaft. 1500 wurde er von Papst Alexander VI. zu astronomischen Vorlesungen nach Rom berufen und 1503 erfolgte die juristische Promotion in Ferrara. Nach Frauenburg zurückgekehrt, wurde Kopernikus Sekretär und Leibarzt seines Onkels. 1510 übernahm er die Verwaltungsaufgaben eines Domherrn zu Frauenburg.
Ein neues Weltsystem
Ausgangspunkt für Kopernikus bei der Schaffung seines neuen Weltsystems war die mangelnde Übereinstimmung des überlieferten geozentrischen Weltsystems des C. Ptolemäus mit den Beobachtungsdaten. An den physikalischen Grundlagen dieses Systems — den aristotelischen Forderungen nach Kreisförmigkeit der Bahnen und Gleichförmigkeit der Bewegungen — rüttelte Kopernikus nicht. Vielmehr sah er in der Verletzung der zweiten Forderung im ptolemäischen Weltsystem einen entscheidenden Nachteil desselben. Allerdings gelang es Kopernikus nicht, mit seinem System bessere Voraussagen zu gewinnen, was u. a. T. Brahe dazu veranlasste, es zu verwerfen. Erst die Einführung der Ellipsenbahnen durch J. Kepler verhalfen dem heliozentrischen Weltsystem zum Durchbruch. Kopernikus sah sich gezwungen, zur Verbesserung seines Systems ähnlich wie Ptolemäus Epizykeln (insgesamt 34) einzuführen (→ Epizykeltheorie).
Größere Verbreitung fanden die Ideen des Kopernikus durch den Wittenberger Mathematiker G. J. Rheticus, der sich 1539–41 in Frauenburg aufhielt. Das Hauptwerk von Kopernikus, »De revolutionibus orbium coelestium libri VI« (deutsch u. a. als »Über die Kreisbewegungen der Weltkörper«), das dieser jahrelang als Manuskript unter Verschluss hielt, erschien 1543 in Nürnberg. Sein Druck wurde anfangs von Rheticus, später von A. Osiander überwacht. Letzterer stattete das Werk mit einem Vorwort aus, in dem er das Weltsystem des Kopernikus — im Widerspruch zu dessen Ansichten — als ein rein hypothetisches bezeichnete. Von kirchlicher Seite angegriffen wurde das Werk von Kopernikus erst im Zuge der Auseinandersetzungen mit G. Galilei. 1616 wurde es auf den Index gesetzt. Ein heftiger Gegner des Kopernikus war P. Melanchthon. Die mathematischen Teile des kopernikanischen Hauptwerkes, die die Trigonometrie betreffen (u. a. Wiedereinführung der Sekansfunktion), wurden bereits 1542 von Rheticus unter dem Titel »De lateribus et angulis triangelorum« veröffentlicht.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-01-20)
      ADB Bd. 4, S. 461-469
      NDB Bd. 3, S. 348-355
      //de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Kopernikus
⇒   15B

Kowalewskaja, Kovalevskaja, Sofja Wassiljewna
russ. Mathematikerin,
* Moskau 15.1.1850, † Stockholm 10.2.1891; nach mathemat. Studien in Berlin (Schülerin von K. Weierstraß), Heidelberg und Göttingen 1889 (als erste Frau) Prof. der Mathematik in Stockholm. Sie arbeitete v.a. auf dem Gebiet der Analysis, insbesondere über Existenz und Eindeutigkeit der Lösungen von Differenzialgleichungen. Daneben verfasste sie auch Arbeiten zur Physik und schilderte in literar. Form u.a. ihre Kindheit (»Vospominanija detstva«, 1890; engl. »A Russian childhood«) und ihre Situation als Frau. Sie gilt als wichtigste Vorkämpferin der Frauenemanzipation in den Wiss.en.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 12, S. 437
      Gottwald S. 257
      Meschkowski  S. 146-147
      Pogg. III. S. 745, IV. S. 797
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/kowalewsky.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Kovalevskaya/
      //de.wikipedia.org/wiki/Sofja_Wassiljewna_Kowalewskaja
⇒   12W

Krech, Gustav Maximilian August
Sohn des Direktors Adolf Krech, geboren am 24. September 1838 zu Berlin, besuchte die Dorotheenstädtische Realschule und das Gymnasium zum grauen Kloster. Er studierte von 1837 bis 1860 Bergfach, dann in Berlin Mathematik und Physik bis 1863. Im Sommer 1863 wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität zu Berlin zum Dr. phil. promoviert. Im Herbst dieses Jahres trat er in das Schellbachsche Seminar am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, Ostern 1864 wurde er Probandus am Friedrichsgymnasium, im Herbste desselben Jahres wurde er an dem neu begründeten Luisenst&aumml;dtischen Gymnasium angestellt. 1868 wurde er Oberlehrer, 1880 zum Professor ernannt. Er war Mitglied der Physikalischen Gesellschaft und des Vereins zur Förderung des physikalischen Unterrichts (Vorsitzender 1889 bis 1898); Rechnungsführer der Großen Berlinischen Prediger- und Schullehrer-Witwenkasse (seit 1886); Mitglied erst der Gemeindevertretung, dann des Kirchenrates von St. Jacobi seit 1874. 1904 tritt er in den Ruhestand.
An Schriften sind von ihm im Druck erschienen:
1) De luminis fascibus disquisitiones experimentis illustratae. Diss. inaug Berlin 1863.
2) Photometrische Untersuchungen. Berlin 1883. 23 S. (Programm Luisenstädt. Gymnasium.)
3) Referate über einige Abschnitte der Optik in den Fortschritten der Physik von 1866 - 1877.
Aus: Programm Berlin Friedrichs-Gymnasium 1900 und Luisenstädtisches Gymnasium 1905.
(aus Koessler)
      Quellen:
      Koessler, S. 3016
⇒   16S
Kriegar
keine weiteren Informationen
⇒   16S

KRONECKER, Leopold
NR 7, 1892. S. 128-129
⇒   07K, 08K, 12C, 12W, 16H

KUMMER, Ernst Eduard
NR 8, 1893. S. 361-364
⇒   07K, 08K, 12C, 12W, 21D

Kundt, August (Adolph Eberhard)
Physiker,
* Schwerin 18.11.1839, † Israelsdorf (heute zu Lübeck) 21.5.1894; Prof. in Zürich, Würzburg, Straßburg und Berlin, erfand 1866 ein Verfahren, mithilfe von Staubfiguren im kundtschen Rohr die Schallgeschwindigkeit in festen Körpern und Gasen und damit das Verhältnis ihrer spezif. Wärmekapazitäten zu bestimmen. So bewies er 1876 mit {E. Warburg die Einatomigkeit des Quecksilberdampfes. 1871 entdeckte K. die Dispersion bei Gasen und 1879 mit W.C. Röntgen die magnet. Drehung der Polarisationsebene des Lichtes für Gase; 1866 stellte er erstmals Metallspiegel durch Kathodenzerstäubung her. Der nach ihm benannte K.-Effekt ist die sehr starke Drehung der Polarisationsebene des Lichtes in ferromagnet. Substanz (Eisen, Nickel).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 12, S. 632-633
      NDB Bd. 13, S. 291
      Pogg. III. S. 757-758, IV. S. 818
      //de.wikipedia.org/wiki/August_Kundt
⇒   16S

Quellen zu den Kurzbiographien


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