David Hilbert

Studium im Sommersemester 1881 in Heidelberg.

David Hilbert immatrikulierte sich am 30. April 1881 an der Heidelberger Universität. Das Adressbuch der Universität gibt an, dass er in der Unterstr. 5 (= Untere Straße 5) beim Chirurgen Scharnberger wohnte.

Im August 1904 weilte David Hilbert anlässlich des III. Internationalen Mathematiker-Kongresses gemeinsam mit seiner Frau in Heidelberg.


Hilbert, David (23.1.1862 - 14.2.1943)
Lexika (Printausgaben)
Biographische Informationen
    im Internet
    gedruckte Biographien
Werk
    im Internet
    in Heidelberg
    Literatur über das Werk
Bibliographien
Das nebenstehende Bild zeigt David Hilbert im Alter von 24 Jahren.

Lexika

Mathematiker-Lexikon / Herbert Meschkowski. - Mannheim (1964), S. 119-124

Studium 1880-84 in Königsberg (zwischendurch ein Semester Heidelberg), Promotion 1884 bei LINDEMANN. Er erhielt wichtige Anregungen aus der Freundschaft mit MINKOWSKI und dem 1884 als Extraordinarius nach Königsberg gerufenen HURWITZ. Die Freunde diskutierten über die Cantorsche Mengenlehre und waren später stolz darauf, zu den frühen Anhängern dieser damals jüngsten Disziplin der Mathematik zu zählen.
  Volltext

Lexikon bedeutender Mathematiker / hrsg. von Siegfried Gottwald ... - Thun [u.a.], 1990. - S. 203-205

Hilbert, David: geb. 23. 1. 1862 Königsberg (Kaliningrad), gest. 14.2. 1943 Göttingen. — 1880-1885 studierte H. Mathematik in Königsberg, wo er 1885 mit der Dissertation „Über invariante Eigenschaften specieller binärer Formen, insbesondere der Kugelfunctionen“ promovierte, sich 1886 mit einer Arbeit über invariantentheoretische Untersuchungen im binären Formengebiet habilitierte und anschließend Privatdozent, Extraordinarius und 1893 Ordinarius wurde. 1895 erfolgte die Berufung an die Univ. Göttingen, an deren Entwicklung im ersten Drittel des 20. Jh. zu einem führenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Lehr- und Forschungszentrum H. wesentlichen Anteil hatte und der er trotz zahlreicher Angebote anderer Univv. und Akademien bis zu seiner Emeritierung 1930 treu blieb.

  Volltext

Poggendorff, Dictionary of Scientific Biography — Günter Asser

Brockhaus - Die Enzyklopädie. - 20. Aufl. - Leipzig
Bd. 10. - 1996, S. 72

Hilbert, David, Mathematiker, * Königsberg (heute Kaliningrad) 23. 1. 1862, † Göttingen 14 2 1943; ab 1892 Prof. in Königsberg, 1895-1930 in Göttingen. H. gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker überhaupt und hatte großen Einfluss als akadem. Lehrer: Viele führende Mathematiker des 20. Jh. (wie H. WEYL, J.VON NEUMANN, P. BERNAYS, R. COURANT) waren seine Schüler oder Mitarbeiter. H.s. mathemat. Schaffen lässt sich in mehrere Perioden einteilen, wobei es seine Eigenart war, niemals zu einem bereits bearbeiteten Gebiet zurückzukehren. In einem ersten Abschnitt (bis etwa 1893) arbeitete H. im Bereich der Invariantentheorie, die er in größere algebraische Zusammenhänge zu stellen verstand. In die Zeit 1894-99 fallen Beiträge zur algebraischen Zahlentheorie, die ihren Höhepunkt im »Zahlbericht« (1897) fanden. In den nachfolgenden Jahren (bis 1903) beschäftigte sich H. mit den Grundlagen der Geometrie. Sein gleichnamiges Werk (1899) beendete er, indem er erstmals ein vollständiges Axiomensystem für die euklid. Geometrie vorstellte. H. gab in dieser Abhandlung auch Unabhängigkeits- und Widerspruchsfreiheitsbeweise (z.B.: »Wenn die Theorie der reellen Zahlen widerspruchsfrei ist, dann ist auch die Geometrie widerspruchsfrei«). Die gleichfalls von H. vorgetragene Auffassung, Axiome seien → implizite Definitionen, markiert einen Wendepunkt in der mathemat. Grundlagenforschung. 1900 stellte H. seine 23 mathemat. Probleme auf dem Internat. Mathematikerkongress zu Paris vor, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Forschung im 20. Jh. hatten. Zw. 1904 und 1909 arbeitete H. hauptsächlich auf dem Gebiet der Analysis. Bekannt geworden ist v. a. seine Lösung des → dirichletschen Problems. H.s Untersuchungen über Integralgleichungen führten zum Begriff des → Hilbert-Raums und spielten in der Entwicklung der Funktionalanalysis eine wichtige Rolle. 1909 gelang es H., das Waring- Problem zu lösen. Es folgte eine Periode, in der er sich der mathemat. Physik zuwandte, wobei er gemäß seinem allgemeinen wissenschaftstheoret. Konzept (»Axiomat. Denken«, 1918) versuchte, Axiomatisierungen zu entwickeln. In seiner letzten Schaffensperiode (nach 1918) entwickelte H. das nach ihm benannte H.- Programm ( → Formalismus), mit dessen Hilfe er die klass. Mathematik - unter ausdrückl. Einbeziehung der Mengenlehre - gegen die Kritik des → Intuitionismus verteidigen wollte. Seine Ansichten legte er in den zus. mit P. BERNAYS verfassten »Grundlagen der Mathematik« (1934-39, 2 Bde.) dar. Dieses Programm erlitt durch den Gödelschen Unvollständigkeitssatz (1930) einen Rückschlag, hat sich aber dennoch für die mathemat. Grundlagenforschung als nutzbringend erwiesen.


Top

Biographische Informationen


Internet

  David Hilbert in Heidelberg

Wikipedia, die freie Enzyklopädie   deutsch   englisch
Biographie vom St. Andrews Archiv

Heinrich Weber, David Hilbert and Königsberg / von Peter Roquette, 1992 [PDF-Datei]
Historische Persönlichkeiten Göttingens in der Mathematik: David Hilbert / Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Göttingen
Wer war David Hilbert? / von Daniela Wuensch und Klaus P. Sommer
David Hilbert — Todesanzeige aus Bd. 118 der Mathematischen Annalen

The Mathematics Genealogy Project


Print-Biographien

Neue Deutsche Biographie. - Berlin
Bd. 9 (1972), S. 115-117   Münchener Digitalisierung
Signatur: [UB] LSB A-EH 001
H. studierte bis auf 2 Heidelberger Semester, in denen er L. Fuchs hörte, in Königsberg.

Dictionary of Scientific Biography. - New York
Vol. 6 (1981), p. 388-395
Signatur: [UB] LSN B-AE 014
He studied at the University of Königsberg from 1880 to 1884, except for his second semester, when he went to Heidelberg.

Blumenthal, Otto: Lebensgeschichte
In: Hilbert, David: Gesammelte Abhandlungen. - 3 (1935), S. 389-429   Göttinger Digitalisierungszentrum
Signatur: [UB] L 311-22::3
Hilberts Studienzeit verlief, mit Ausnahme des 2. Semesters, das er in Heidelberg bei L. Fuchs verbrachte, ganz in Königsberg.

Hilbert : Gedenkband / hrsg. von K[urt] Reidemeister. - Berlin [u.a.] : Springer, 1971
Enthält:
• Kurt Reidemeister: Einleitung
• David Hilbert: Probleme der Grundlegung der Mathematik
• Hermann Weyl: Über den Symbolismus der Mathematik und der mathematischen Physik
• David Hilbert: Gedenkrede auf Hermann Minkowski
• David Hilbert: Gedenkrede auf Adolf Hurwitz
• David Hilbert: Über meine Tätigkeit in Göttingen
• Dolf Sternberger: Nichtwissen
Signatur: [UB] 71 B 1831
In Königsberg am 23. Januar als Sohn eines Amtgerichtsrats geboren, besuchte er dort das Friedrichskolleg und das Wilhelms-Gymnasium und studierte auch dort an der Albertina, bis auf ein Semester in Heidelberg.

Reid, Constance: Hilbert / Constance Reid. With an appreciation of Hilbert's mathematical work by Hermann Weyl. - Berlin [u.a.] : Springer, 1970
Signatur: [UB] 70 B 1119
The second semester, following the popular custom of moving university to university, he set out for Heidelberg, the most delightful and most romantic of all the German universities.
At Heidelberg, Hilbert attended lectures by Lazarus Fuchs, whose name was already synonymous with linear differential equations. Fuchs's lectures were very impressive but in a rather unusual way. Rarely prepared, he customarily produced on the spot what es wished to say. Thus his students, as one of them later wrote, "had the opportunity of seeing a mathematical mind of the highest order actually in operation."

Top

Werk


Werke im Internet

  Heidelberger Digitale Bibliothek Mathematik

Göttinger Digitalisierungszentrum

Hilberts Mathematische Probleme, Vortrag, Paris, 1900

In Heidelberg vorhandene Monographien David Hilberts

Suche nach Autor David Hilbert in HEIDI Mit Buchausgabe in
  Verzeichnis der Bibliothekssigel

Literatur über das Werk David Hilberts

David Hilbert zur Feier seines sechzigsten Geburtstages. - Berlin, 1922. - (Die Naturwissenschaften ; 10, Heft 4)   Göttinger Digitalisierungszentrum
Enthält:
• Blumenthal, Otto: David Hilbert
• Toeplitz, Otto: Der Algebraiker Hilbert
• Dehn, Max: Hilberts geometrisches Werk
• Courant, Richard: Hilbert als Analytiker
• Born, Max: Hilbert und die Physik
• Bernays, Paul: Die Bedeutung Hilberts für die Philosophie der Mathematik
• Verzeichnis der bisherigen Publikationen von David Hilbert (nebst kurzen Inhaltsangaben) von Karl [Ludwig] Siegel
    [UB] O 29-15 Folio::10

Klein, Felix:
Hilbert
In: Vorlesungen über die Entwicklung der Mathematik im 19. Jahrhundert. - 1 (1926), S. 328-344
Göttinger Digitalisierungszentrum
    [UB] L 234::24,1.1926
Meschkowski, Herbert:
David Hilbert
In: Denkweisen großer Mathematiker. - Braunschweig (1990), S. 222-233
    [UB] 91 H 168

Rowe, David E.:
Einstein meets Hilbert : at the crossroads of physics and mathematics
In: Physics in Perspective. - 3 (2001), S. 379-424
    [UB] ZSN 5270 B

Thiele, Rüdiger:
Über die Variationsrechnung in Hilberts Werken zur Analysis
In: Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin. - N.S. 5, Nr. 1 (1997), S. 23-42
    [UB] ZSN 2290 B
  Verzeichnis der Bibliothekssigel


Mathematics Subject Classification: Hilbert

Auf David Hilbert geht eine ganze Reihe mathematischer Begriffe zurück, wie man sie auch im untenstehenden Auszug der Mathematics Subject Classification finden kann. (Die Links führen unmittelbar auf den Bestand in HEIDI.)

11-XX   Number theory
   11Fxx   Discontinuous groups and automorphic forms
      11F41   Hilbert and Hilbert-Siegel modular groups and their modular and automorphic forms; Hilbert modular surfaces
12-XX   Field theory and polynomials
   12Exx   General field theory
      12E25   Hilbertian fields; Hilbert's irreducibility theorem
13-XX   Commutative rings and algebras
   13Dxx   Homological methods
      13D40   Hilbert-Samuel and Hilbert-Kunz functions; Poincaré series
14-XX   Algebraic geometry
   14Cxx   Cycles and subschemes
      14C05   Parametrization (Chow and Hilbert schemes)
34-XX   Ordinary differential equations
   34Cxx   Qualitative theory
      34C07   Theory of limit cycles of polynomial and analytic vector fields (existence, uniqueness, bounds, Hilbert's 16th problem and ramifications)
   34Mxx   Differential equations in the complex domain
      34M50   Inverse problems (Riemann-Hilbert, inverse differential Galois, etc.)
35-XX   Partial differential equations
   35Qxx   Equations of mathematical physics and other areas of application
      35Q15   Riemann-Hilbert problems
44-XX   Integral transforms, operational calculus
   44Axx   Integral transforms, operational calculus
      44A15   Special transforms (Legendre, Hilbert, etc.)
46-XX   Functional analysis
   46Cxx   Inner product spaces and their generalizations, Hilbert spaces
      46C05   Hilbert and pre-Hilbert spaces: geometry and topology (including spaces with semidefinite inner product)
      46C07   Hilbert subspaces (= operator ranges); complementation (Aronszajn, de Branges,...)
      46C15   Characterizations of Hilbert spaces
   46Exx   Linear function spaces and their duals
      46E20   Hilbert spaces of continuous, differentiable or analytic functions
      46E22   Hilbert spaces with reproducing kernels (=
   46Kxx   Topological (rings and) algebras with an involution
      46K15   Hilbert algebras
47-XX   Operator theory
   47Axx   General theory of linear operators
      47A70   (Generalized) eigenfunction expansions; rigged Hilbert spaces
   47Bxx   Special classes of linear operators
      47B32   Operators in reproducing-kernel Hilbert spaces (including de Branges, de Branges-Rovnyak, and other structured spaces)
   47Lxx   Linear spaces and algebras of operators
      47L30   Abstract operator algebras on Hilbert spaces
52-XX   Convex and discrete geometry
   52Bxx   Polytopes and polyhedra
      52B45   Dissections and valuations (Hilbert's third problem, etc.)


Top

Bibliographien


Biographisch-literarisches Handwörterbuch / J. C. Poggendorff. - Leipzig
Bd. 4 (1904), S. 637
Bd. 5 (1925), S. 536
Bd. 6 (1937), S. 1117-1118
    UB-Signatur: LSN B-AE 002     und     LSA Nat-A 001

Verzeichnis der bisherigen Publikationen von David Hilbert (nebst kurzen Inhaltsangaben) von Karl [Ludwig] Siegel
In: David Hilbert zur Feier seines sechzigsten Geburtstages. - Berlin, 1922. - (Die Naturwissenschaften ; 10, Heft 4)   Göttinger Digitalisierungszentrum
  UB-Signatur: O 29-15 Folio::10

Anfrage an Zentralblatt MATH   zum Autor   Hilbert, D*   oder zum Titel   David Hilbert.


Letzte Änderung: Juli 2016     Gabriele Dörflinger   Kontakt

Zur Inhaltsübersicht     Mathematik     Homo Heidelbergensis