Leo Koenigsberger: Hermann von Helmholtz

Personenregister B

Bach, Johann Sebastian
Komponist,
* 21.3.1685 in Eisenach, † 28.7.1750 in Leipzig.
Johann Sebastian Bach war der Sohn des Eisenacher Rats- und Stadtmusicus Johann Ambrosius Bach (* 1645, † 1695) und der Elisabeth Bach, geborene Lämmerhirt (* 1644, † 1694). Bach gehört zu den bedeutendsten Komponisten des Barock, der die protestantische Kirchenmusik seiner Zeit und der folgenden Jahrhunderte entscheidend prägte. Von seinen 20 Kindern aus zwei Ehen wurden vier Söhne bedeutende Komponisten: Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-15)
      NDB Bd. 1, S. 485-488
      //de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach
⇒ I: 365, 366.
⇒ II: 74.

Bacon, Francis (Bako von Verulam, Franz)
englischer Philosoph und Staatsmann,
* London 22. 1. 1561, † ebenda 9. 4. 1626;
mit Ablösung der klassischen Methode der Spekulation durch die Empirie wurde Bacon zum Wegbereiter der Naturwissenschaften und Vorläufer des englischen Empirismus. Er studierte Rechtswissenschaften, war dann als Advokat und Hochschuldozent tätig, saß 30 Jahre im Unterhaus, wurde 1618 Lordkanzler und Baron von Verulam, 1620/21 Viscount of Saint Albans, verlor seine öffentlichen Ämter 1621 wegen einer Bestechungsaffäre.
Ziel der philosophischen Bemühungen von Bacon war die »Instauratio magna«, die große Erneuerung der Philosophie und der Wissenschaften auf der Grundlage »unverfälschter Erfahrung« (Beobachtung und Experiment), in der er die einzig sichere Quelle des Wissens sah. In seinem »Novum organum scientiarum« (1620; deutsch u. a. als »Neues Organ der Wissenschaften«), welches die unter dem Titel »Organon« zusammengefassten logisch-wissenschaftstheoretischen Schriften des Aristoteles ablösen sollte, beschrieb Bacon ein differenziertes Verfahren der Induktion und entwarf eine systematische Darstellung möglicher Urteilstäuschungen durch Trugbilder (→ Idole).   …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-03-12)
      //de.wikipedia.org/wiki/Francis_Bacon
⇒ I: 277, 278, 289.

Baltes, Guilelmus [Wilhelm]
Opponent bei Helmholtz' Promotion 1842.
* Gummersbach 23.9.1820 als Sohn des Friedrich Wilhelm Baltes.
Promotion zum Dr. med. et chir. am 25.7.1842 mit der Arbeit »De Euthanasia«.
⇒ I: 48.

Bardeleben, Heinrich Adolf von
Chirurg,
* Frankfurt (Oder) 1.3.1819, † Berlin 24.9.1895, Vater von 1) [Adolf von B.] und 3) [Karl von B.]; war seit 1848 Prof. in Greifswald, seit 1868 in Berlin; verbesserte die antisept. Wundbehandlung nach J. Lister. Er gab das »Lb. der Chirurgie …« (81879) heraus.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 2, S. 599
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Adolf_von_Bardeleben
⇒ III: 95, 122.

Bareschnikow, Graf
Russland, bei Smolensk.
[Genauere Angaben konnten nicht ermittelt werden.]
⇒ I: 221.

Baum, Wilhelm
Chirurg,
* Elbing 10.11.1799, † Göttingen 6.9.1883;
wurde nach seinem Studium 1830 Chefarzt des Danziger Krankenhauses, ab 1842 ord. Prof. in Greifswald und wechselte 1849 an die Universität Göttingen. Er gehörte 1872 zu den Gründern der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.
      Quellen:
      ADB Bd. 46, S. 250-254
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Baum_(Mediziner)
⇒ I: 148.

Baxt, Nikolai
Physiologe,
1843–1904; publizierte Carl Ludwig schrieb in einem Brief an Setschenow am 23. Sept. 1876:
„Neue Leute werden Sie, soweit ich mich entsinne, kaum treffen, vielleicht noch N. Baxt, der damals, als sie fortgingen, noch bei Helmholtz arbeitete. An ihm werden Sie einen Mann von sicheren und reinen Grundsätzen aber sanfter Gemütsart kennen lernen, mit dem Sie gewiß bald einen Modus vivendi finden werden. Die Schätzung seiner wissenschaftlichen Arbeiten wird Ihnen das gute Verhältnis zu ihm erleichtern.“
Quelle: Schröer, Heinz: Carl Ludwig : Begründer der messenden Experimentalphysiologie. - 1967. - (Große Naturforscher : 33). - S. 261 (Signatur UB Heidelberg: 67 A 756)
⇒ II: 94, 95, 96.

Beccafumi, Domenico
italienischer Maler und Bildhauer,
* bei Siena 1484, † Siena 18. 5. 1551;
entwickelte, ausgehend von Sodoma und Raffael, eine kontrastreiche Farbigkeit, deren vibrierendes Licht ihn zu einem Hauptmeister des Manierismus machte. Beccafumi hielt sich 1510-12 und 1519 in Rom auf; in späteren Jahren war er auch in Genua und Pisa tätig. Seine Hauptwerke entstanden in Siena. Neben Fresken im Oratorio di San Bernardino (1518) und im Palazzo Pubblico (1529-35; mit einer für die Toskana ungewöhnlichen illusionistischen Raumöffnung) schuf er für den Dom acht Bronzeengel (1548 ff.) und Entwürfe mit Szenen aus dem Alten Testament für den Marmorboden.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-04-16)
      //de.wikipedia.org/wiki/Domenico_Beccafumi
⇒ II: 252.

Becquerel, Antoine Henri
Nobelpreisträger für Physik 1903,
* 15.12.1852 in Paris, † 25.8.1908 in Le Croisic (Département Loire-Atlantique). Sohn von Alexandre Edmond Becquerel.
Antoine Henri Becquerel (1852-1908) wies die natürliche Radioaktivität nach und erhielt dafür 1903 den Nobelpreis für Physik.
Er wirkte am Muséum national d'Histoire naturelle sowie an der École Polytechnique (ab 1892 als Professor für Physik) in Paris; 1908 Präsident der Académie des sciences. Becquerel fand 1876 die magnetische Drehung der Polarisationsebene des Lichts in Gasen und 1883/84 mittels des von seinem Vater 1873 entdeckten Effektes die infraroten Banden im Sonnenspektrum. Er erkannte 1886, dass die Absorption des Lichtes in Mineralen monomolekular erfolgt und unabhängig von der Wirkung der Nachbarmoleküle ist.
Becquerel begann 1891 mit Untersuchungen der Phosphoreszenzspektren erhitzter Minerale. Er fand unmittelbar nach Entdeckung der Röntgenstrahlen bei der Untersuchung der Phosphoreszenz von Uranmineralen eine bis dahin unbekannte, vom Uran ausgehende (radioaktive) Strahlung (erste Mitteilung an die Pariser Akademie am 24.2.1896). Die magnetische Ablenkbarkeit der Betastrahlen, eines Teiles dieser radioaktiven Strahlung, wies er 1899 fotografisch nach.
Für die Entdeckung der natürlichen Radioaktivität erhielt er 1903 gemeinsam mit dem Ehepaar P. und M. Curie den Nobelpreis< für Physik.
Nach Becquerel ist die SI-Einheit der Aktivität, das Becquerel (Bq), benannt.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Henri_Becquerel
⇒ I: 92.

Beethoven, Ludwig van
Komponist,
am 17.12.1770 in Bonn getauft, † 26.3.1827 in Wien, neben Haydn und Mozart der bedeutendste Vertreter der Wiener Klassik.
Beethoven war Sohn des kurfürstlichen Hoftenoristen Johann van Beethoven (* 1740, † 1792) und von Maria Magdalena van Beethoven, geborene Keverich (* 1746, † 1787). Sein Großvater, Ludwig van Beethoven (* 1712, † 1773), stammte aus Mecheln und hatte sich 1733 als Bassist (ab 1761 Kapellmeister) der kurfürstlichen Hofkapelle in Bonn niedergelassen.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      NDB Bd. 1, S. 738-743
      //de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_van_Beethoven
⇒ I: 29, 297, 314, 368.
⇒ II: 60, 74.
⇒ III: 141.

Beetz, Wilhelm von
Physiker,
* Berlin 27.3.1822, † München 22.1.1886; nach dem Studium der Physik lehrte er in Berlin, wo er sich 1849 habilitierte. 1855 wechselte er nach Bern, 1858 nach Erlangen und 1868 an die Technische Hochschule in München.
1845 beteililgte sich Beetz in Berlin an der Gründung der Physikalischen Gesellschaft.
      Quellen:
      ADB Bd. 46, S. 332-334
      NDB Bd. 1, S. 743 f.
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Beetz
⇒ I: 58, 91.

Bein, Georg, Dr.
Arzt,
* 1864, † 1896; Obearzt auf der Inneren Station der Kgl. Charité zu Berlin von 1889-1896; Assistent von Ernst von Leyden.
      Quellen:
      Anna von Helmholtz - Register
⇒ III: 123.

Bellermann, Johann Friedrich
Altphilologe,
* Erfurt 23.9.1754, † Berlin 25.10.1842.
Der Sohn des Theologen Johann Joachim Bellermann wirkte nach seinem Studium am Berliner Gymnasium zum Grauen Kloster, an dem auch sein Vater bis 1828 tätig war. 1847 wurde er Direktor dieser Anstalt.
     
ADB Bd. 2 S. 310-311
      //de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_Bellermann
⇒ I: 7.

Bellini, Vincenzo
italienischer Komponist,
* Catania 3. 11. 1801, † Puteaux (bei Paris) 23. 9. 1835;
studierte am Konservatorium in Neapel. Die Oper »Bianca e Fernando« (1826) öffnete ihm den Weg an die Mailänder Scala. Seit 1833 lebte er in Paris. Seine Opern, v. a. »La Sonnambula« (1831; deutsch »Die Nachtwandlerin«), »Norma« (1831) und »I Puritani« (1835; deutsch »Die Puritaner«), beherrschten mit denen G. Rossinis und G. Donizettis mehr als zwei Jahrzehnte das Opernrepertoire. Zu den bedeutenden Frühwerken zählen etwa »Il Pirata« (1827; deutsch »Der Pirat«) und »I Capuleti e i Montecchi« (1830, nach »Romeo und Julia«). Bellini bereicherte die Oper um neuartige, subjektive Ausdrucksformen. Sein lyrisch-dramatischer Stil, der noch G. Verdi und R. Wagner beeinflusste, wurde zum Mittel der Darstellung leidenschaftlicher und gegensätzlicher Stimmungen, wobei die unmittelbare Beziehung der Musik auf den Text eine bedeutende Rolle spielt, so v. a. in »Norma« mit musikalisch souveräner Behandlung der Affekte. Daneben komponierte er sechs Sinfonien, Kirchen- und Instrumentalmusik.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Vincenzo_Bellini
⇒ I: 33.

Beltrami, Eugenio
ital. Mathematiker,
* Cremona 16.11.1835, † Rom 18.2.1900; Prof. in Bologna, Pisa, Pavia und Rom, ab 1898 Präs. der Accademia dei Lincei. B. leistete wesentl. Beiträge zur analyt. Geometrie, zur Differenzialgeometrie und zu Problemen der mathemat. Physik.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 81
      Gottwald S. 43-44
      Meschkowski S. 22
      DSB 1, S. 599-600
      Pogg. III. S. 104-105, IV. S. 94-95
      //www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Beltrami.html
      //de.wikipedia.org/wiki/Eugenio_Beltrami
⇒ II: 151, 152, ✉ 153-156, 224, ✉ 246.

Bergmann, Carl
Anatom und Physiologe,
* Göttingen 18.5.1814, † Genf 30.4.1865;
studierte und habilitierte sich (1839) in Göttingen und wurde dort 1843 zum a.o. Prof. berufen. 1852 wechselte er als ord. Professor an die Universität Rostock. Er fand den Zusammenhang zwischen Körpergröße und Wärmehaushalt der Tiere.
      Quellen:
      NDB Bd. 2, S. 90 f.
      //de.wikipedia.org/wiki/Carl_Bergmann_(Mediziner)
⇒ I: 148.

Bernard, Félix
Physiker,
1816-1865;
publizierte im August 1852 die Schrift »Thése sur l'absorption de la lumière par les milieu non cristallisés«.
⇒ I: 191.

Bernoulli, Daniel
Mathematiker, Physiker und Mediziner,
* Groningen 8.2.1700, † Basel 17.3.1782, Sohn von [Bernoulli, Johann]; wurde 1725 Prof. der Mathematik an der Akad. der Wiss.en in Sankt Petersburg, 1733 der Anatomie und Botanik und 1750 für Physik in Basel. Seine mathemat. Untersuchungen waren eng mit physikal. Problemstellungen verbunden; er lieferte wesentliche Beiträge zur Theorie der Differenzialgleichungen, zur Reihenlehre, Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie zur theoret. Mechanik. Mit seinem Hauptwerk »Hydrodynamica sive de viribus et motibus fluidorum commentarii« (1738; dt. »Hydrodynamik oder Komm. über die Kräfte u. Bewegungen der Flüssigkeiten«) wurde er zum Begründer der Hydrodynamik; er enwickelte hierin eine Vorform der heute nach ihm benannten hydrodyn. Druckgleichung sowie wesentl. Ansätze zu einer kinet. Gastheorie, ferner eine Ableitung des Boyle-Mariotte-Gesetzes.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus Bd. 3, S. 177
      ADB Bd. 2, S. 478-480
      Gottwald, S. 46-48
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/bernoulli-d.htm
      //de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Bernoulli
⇒ I: 51, 80, 325.

Bernstein, Julius
* Berlin 1839, † Halle 1917.
1869 Professor der Physiologie in Heidelberg, 1871 in Berlin, 1873 in Halle. Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsystem 1871. Lehrbuch der Physiologie des tierischen Organismus 1894.
(aus Anna von Helmholtz - Register)
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Julius_Bernstein
⇒ II: ✉ 16-17.

Bernuth, Johann Ludwig von
Geh. Oberfinanzrat,
* Kleve 28.2.1770, † Berlin 18.11.1857; ⚭ Julie Mursinna.
      Quellen:
      Werner, S. 6
      //de.wikipedia.org/wiki/Johann_Ludwig_von_Bernuth
⇒ I: 10.

Bernuth, Julie von, geb. Mursinna
Tante Bernuth,
* 2.4.1779, † Paris 5.6.1842
Tochter des Generalchirurgen Christian Ludwig Mursinna (1744-1823) und Caroline Charlotte Helmholtz (1758 - vor 1823), die eine Schwester von Hermann Helmholtz' Großvater war.
      Quellen:
      Werner, S. 6
⇒ I: ✉ 10, 23, 29.

Berthelot, Marcelin Pierre Eugène
französischer Chemiker,
* Paris 25. 10. 1827, † ebenda 18. 3. 1907, Vater von Philippe Berthelot;
studierte zunächst Medizin, dann Chemie; Professor an der École supérieure de pharmacie (1859-76), seit 1864 bis zu seinem Tod auch Professor am Collège de France; 1881 Senator, 1885/86 kurze Zeit Unterrichtsminister und 1886 für vier Monate Außenminister. Berthelot gehört zu den bedeutendsten Chemikern des 19. Jahrhunderts, insbesondere arbeitete er an Zuckern, Terpenen und Glyceriden sowie der Acetylenchemie. Durch seine zahlreichen Synthesen wurde er zu einem der Begründer der synthetischen organischen Chemie. Nach Arbeiten über chemische Reaktionen und Gleichgewichte befasste er sich mit der Thermochemie, wobei er mit der von ihm entwickelten Berthelot-Bombe (→ Kalorimeter) die Bildungswärme vieler organischer Substanzen bestimmte. Diese Arbeiten führten ihn schließlich zur Chemie der Explosivstoffe, aber auch auf das Gebiet der physiologischen Chemie.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Marcelin_Berthelot
⇒ II: 361, 362-365, 370.

Bertram, Heinrich
Mathematiker,
1826 - 5.11.1904, Stadtschulrat und Ehrenbürger von Berlin publizierte im Rahmen der Preußischen Programme.
Die von Koenigsberger in seiner Autobiographie angesprochene Schrift ist „Über die Flächen, welche den Verlauf der elliptischen Funktionen versinnlichen können“. - Berlin, Friedr.-Werd.Gymn., 1861. Diese Schrift ist in der UB Heidelberg unter der Signatur Preuß. Prog. 157 vorhanden.
Ausserdem sind an der UB Heidelberg noch eine weitere mathematisch-physikalische Schrift Bertrams im Rahmen der Preuß. Programme vorhanden: „Probleme der Mechanik mit Bezug auf die Variation der Schwere und die Rotation der Erde“. - Berlin, Sophien-Rg., 1868 (Preuß. Prog. 373)
Bertram setzte sich für eine höhere Schule ohne alte Sprachen für den mittleren Bürger- und Handwerkerstand ein. Die Geschichte einer solchen „Mittelschule“ ist nachzulesen in „Zur Geschichte der Bertram-Realschule / Robert Pohle“. - Berlin, 1910 (UB-Signatur: N 1178::1910, 106-170 [8. Beitrag])
      Quellen:
      Preuß. Prog. 7 + 157 + 373
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bertram
⇒ II: 346.

Bertrand, Joseph Louis François
frz. Mathematiker,
* Paris 11.3.1822, † ebd. 3.4.1900; Prof in Paris, seit 1856 Mitgl., seit 1874 Sekretär der Académie des sciences; Verfasser zahlr. Lehrbücher und wichtiger Abhandlungen zur Differenzialgeometrie (u.a. 1850 Über B.-Kurven), Funktionen- und Zahlentheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung (»Calcul des probabilités«, 1888; enthält das B.-Paradoxon), mathemat. Physik ud Astronomie sowie des chronolog. Abrisses »L'Académie des sciences et les académiciens de 1666 à 1793« (1868).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 188
      //www-history.mcs.st-andrews.ac.uk/Biographies/Bertrand.html
      //de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Bertrand
⇒ I: 32, 312.
⇒ II: 202.
⇒ III: 81.

Beseler, (Karl) Georg Christoph
* Rödemis bei Husum 1809, † Harzburg 1888.
1835 Privatdozent in Heidelberg, Professor in Basel, 1837 in Rostock, 1842 in Greifswald. Dort für die Deutsche Nationalversammlung gewählt, wirkte für die preußische Erbkaiserpartei, Mitglied der Deputation, welche dem König von Preußen die Kaiserkrone antrug. 1859 Professor der Universität Berlin, 1875 auf Präsentation der Berliner Universität lebenslängliches Mitglied des Preußischen Herrrenhauses. Hauptwerk: 1847–1855: System des gemeinen deutschen Privatrechts.
(aus Anna von Helmholtz - Register)
      Quellen:
      NDB Bd. 2, S. 174-175
      //de.wikipedia.org/wiki/Georg_Beseler
⇒ II: 114, ✉ 116-117, ✉ 117-118.

Bessel, Friedrich Wilhelm
Astronom und Mathematiker,
* 22. 7. 1784 in Minden, † 17. 3.1846 in Königsberg (Pr).
Bessel war zuerst Kaufmann und ab 1806 Observator an der Privatsternwarte in Lilienthal. Ab 1810 arbeitete er als Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte in Königsberg. Bessel lieferte grundlegende Arbeiten über astronomische und geodätische Fundamentalgrößen (Bessel-Normalellipsoid, Bessel-Jahr) sowie u. a. zur astronomischen Refraktion und Positionsastronomie. Seine genauen Positionsbestimmungen ermöglichten zuverlässige Berechnungen von Eigenbewegungen der Sterne, aus deren Störungen er auf die Existenz von Doppelsternen schloss. Mit dem fraunhoferschen Heliometer bestimmte er 1838 als Erster eine Sternparallaxe (61 Cygni).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      NDB Bd. 2, S. 179-180
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Bessel
⇒ II: 65.

Besser, von
(Physiologe, 1838/39).
[Genauere Angaben konnten nicht ermittelt werden.]
⇒ I: 32.

Bezold, Wilhelm von
Physiker und Meteorologe,
* München 21. 6. 1837, † Berlin 17. 2. 1907; Prof. an der TH München (1868-85) und in Berlin; dort erster dt. Prof. für Meteorologie und Direktor des Preuß. Meteorolog. Instituts; arbeitete u. a. über elektr. Entladungen und Staubfiguren, über die physiolog. Optik (→ Bezold-Brücke-Phänomen) und bes. über physikal. Probleme der Meteorologie (v. a. zur Thermodynamik der Atmosphäre), über die atmosphär. Elektrizität und den Erdmagnetismus; baute das Netz der meteorolog. Stationen in Bayern und Preußen auf.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 271
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Bezold
⇒ II: 260, ✉ 343.
⇒ III: 14, 16, 21, 134.

Binz, Carl
* Bernkastel 1.7.1832, † Bonn 11.1.1913; studierte in Würzburg und Bonn Medizin, wo er 1855 promoviert wurde. Carl Binz verkehrte in Bonn bereits mit Hermann Helmholtz (vgl. Band 1, S. 307 der Helmholtz-Biographie); 1859 zog er nach Neapel, um dort in der deutschen Kolonie eine Arztpraxis zu eröffnen. 1862 kehrte er nach Bonn zuück, habilitierte sich dort und wirkte von 1867 bis zu seiner Emeritierung 1908 in Bonn als Professor der Pharmakologie.
      Quellen:
      NDB Bd. 2, S. 250
      //de.wikipedia.org/wiki/Carl_Binz
     
Berling, Renate Maria: Der Pharmakologe Carl Binz. - Bonn, 1969. - 90 S.
(Signatur UB Heidelberg: 70 P 2906)
⇒ I: 307, 346.
⇒ II: 168.

Biot, Jean-Baptiste
französischer Physiker und Astronom,
* Paris 21. 4. 1774, † ebenda 3. 2. 1862;
Professor am Collège de France und an der Universität in Paris; Mitglied aller drei Akademien. Biot unternahm 1804 mit J. L. Gay-Lussac den ersten wissenschaftlichen Ballonaufstieg und setzte 1807–08 mit F. D. Arago die französische Gradmessung bis zu den Balearen fort (1817–18 dann bis zu den Shetlandinseln). Er untersuchte die Doppelbrechung und Polarisation des Lichtes sowie die optische Aktivität von Stoffen (er führte u. a. den Begriff der spezifischen Drehung der Polarisationsebene ein und begründete die Saccharimetrie), entwickelte die Theorie der chromatischen Polarisation und erfand das Polarimeter. 1820 stellte er mit F. Savart das nach ihnen benannte Gesetz der magnetischen Wirkung von elektrischen Strömen auf (→ Biot-Savart-Gesetz). Weitere Arbeiten betrafen die Wärmeleitung und den Wärmestrom.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Jean-Baptiste_Biot
⇒ I: 30.

Bischoff, Theodor von
Anatom,
* Hannover 28.10.1807, † München 5.12.1882;
nach seinem Medizinstudium wurde er 1835 a.o. Prof. für Anatomie in Heidelberg; wurde 1843 als ord. Prof. nach Gießen berufen. Dort befreundete er sich mit Justus von Liebig. Von 1856 bis 1878 wirkte er in München. Er forschte u.a. über die Embryologie von Säugetieren und Menschen. B. wandte sich gegen das Medizinstudium von Frauen.
      Quellen:
     
ADB Bd. 46, S. 570
      NDB Bd. 2, S. 264-266
      //de.wikipedia.org/wiki/Theodor_von_Bischoff
⇒ I: 229, 320.

Bismarck, Otto (Eduard Leopold) von
Graf von B.-Schönhausen (seit 1865), Fürst von B. (seit 1871), Herzog von Lauenburg (seit 1890), Staatsmann,
* Schönhausen 1.4.1815, † Friedrichsruh 30.7.1898, Vater von [Herbert von Bismarck], verh. 1847 mit Johanna von Puttkammer (* 1824, † 1894). Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Göttingen und Berlin 1832-35, der Referendarzeit in Aachen 1836-39 und der Bewirtschaftung seiner Güter in Pommern (ab 1839); Berührung mit pietist. Kreisen, u.a. M. von Blanckenburg) bzw. der Provinz Sachsen (ab 1845), war er 1847/48 konservatives Mitgl. des Vereinigten Landtags sowie 1849/50 Abg. in der Zweiten Kammer und im Erfurter Parlament. Als preuß. Gesandter am Frankfurter Bundestag (1851-59) erstrebte er gegenüber der österr. Präsidialmacht Gleichberechtigung für Preußen und dessen Vorherrschaft nördlich des Mains.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 388-389
      DBE 1, S. 545
      ADB Bd. 46 S. 571-775
      //de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Bismarck
⇒ II: 352, 383.

Blackborn (Mathematiker)
Blackburn, Hugh
Blackburn Hugh
Mathematiker und ein Freund William Thomsons,
* Craigflower 2.7.1823, † Roshven 9.10.1909;
lernte William Thomson während seines Studiums in Cambridge kennen. Er war von 1849 bis 1879 Mathematikprofessor an der Universität von Glasgow. 1849 heiratete er Jemima Wedderborn.
      Quellen:
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Blackburn/
      //en.wikipedia.org/wiki/Hugh_Blackburn
⇒ II: 199.

Blackburn, Jemima, geb. Wedderbornv
Malerin
* Edinburgh 1.5.1823, † Roshven 9.8.1909; heiratete Hugh Blackburn und illustrierte zahlreiche Bücher. Hervorzuheben ist ihre Ausgabe der »Birds from Nature« (1868).
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Jemima_Blackburn
⇒ II: 199.

Blaserna, Pietro
* Fiumicella (Friaul) 22.2.1836, † Rom 26.2.1918.
Italienischer Naturforscher und Staatsmann. Seit 1872 Professor der Physik an der Universität Rom, 1890 römischer Senator.
(aus Anna von Helmholtz - Register)
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Pietro_Blaserna
⇒ I: 364, ✉ 364-368.
⇒ II: ✉ 65-66, ✉ 109, ✉ 166, 191, ✉ 192-193, ✉ 262, ✉ 310-312, 342.

Blasius, Ernst
Chirurg,
* Berlin 1802, † Halle 1875;
nach seinem Studium zum Militärazrt und einer 4-jährigen Tätitgkeit als solcher, habilitierte er sich 1829 in Halle. Dort war er ab 1834 ord. Professor und Leiter der Universitätsklinik. Er befasste sich mit Augenkrankheiten und Wiederherstellungschirurgie. Außerdem entwickelte er Prothesen.
      Quellen:
      ADB Bd. 2, S. 694-695
      NDB Bd. 2, S. 290
      //de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Blasius
⇒ I: 149.

Blücher, Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt (seit 1814)
preußischer Generalfeldmarschall (seit 1813),
* Rostock 16. 12. 1742, † Krieblowitz (Schlesien) 12. 9. 1819.
Blücher trat zu Beginn des Siebenjährigen Krieges in schwedische Dienste, nach seiner Gefangennahme 1760 in preußische Dienste und wurde 1773 auf eigenes Verlangen verabschiedet. 1787 trat er wieder in die Armee ein und zeichnete sich in den Revolutionskriegen (1801 Generalleutnant) und napoleonischen Kriegen aus. Bereits 1805 forderte er in einer Denkschrift die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen. Auf Drängen Napoleons I. wurde er 1811 seines Kommandos enthoben. Nach seiner Rückkehr in die Armee (1813) übernahm er den Oberbefehl über die Schlesische Armee und schlug mit Graf A. W. A. Gneisenau als Generalquartiermeister die französischen Truppen an der Katzbach (26. 8. 1813), erzwang mit H. D. L. Yorck bei Wartenburg den Elbübergang (3. 10. 1813) und trug in der Völkerschlacht bei Leipzig (16.-18. 10. 1813) entscheidend zum Sieg bei. Die Russen gaben ihm den Namen »Marschall Vorwärts«. In der Neujahrsnacht 1813/14 überschritt er mit seinen Truppen bei Kaub den Rhein, besiegte mit Unterstützung der Haupttruppe Napoleon bei La Rothière (1. 2. 1814) und eroberte Paris (30. 3. 1814). Im Feldzug 1815 erhielt er wiederum mit Gneisenau den Oberbefehl über das preußische Heer. Von Napoleon bei Ligny geschlagen (16. 6.), entschied er mit A. Wellington in der Schlacht bei Waterloo (18. 6. 1815) den Feldzug zugunsten der Alliierten. Blücher war der volkstümlichste Feldherr der Befreiungskriege.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      ADB Bd. 2, S. 727-733
      NDB Bd. 2, S. 317-319
      //de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_Leberecht_von_Bl%C3%BCcher
⇒ I: 38.

Blume, Wilhelm Hermann
Altphilologe, Gymnasialdirektor,
* 1795, † 1869;
leitete von 1824 bis 1836 das Potsdamer Gymnasium, danach bis 1847 die Ritterakademie (Gymnasium) in Brandenburg an der Havel. Dort wurde er 1847 zum Domherren ernannt. 1848 wechselte er an das Gymnasium in Wesel, wo er kurz vor seinem Ruhestand 1867 sein 50-jähriges Dienstjubiläum begehen konnte.
      Quellen:
      Archivbestände des Stadtarchivs Brandenburg an der Havel : Digitalisierte Adressbücher       Online
      Königliches Gymnasium <Wesel>: Jahresbericht über das Schuljahr …       Online
⇒ I: 4.

Boeckh, August
klassischer Philologe,
* Karlsruhe 24. 11. 1785, † Berlin 3. 8. 1867;
wurde 1807 Professor in Heidelberg, 1811 in Berlin. Boeckh war der Begründer der historischen Altertumswissenschaft (in Auseinandersetzung mit G. Hermann), die, über die reine Textphilologie hinausgehend, das Leben der Griechen, ihre Wirtschaft und ihre Wissenschaft erforschte. Mit dem »Corpus inscriptionum Graecarum« (seit 1825) begründete Boeckh die wissenschaftliche griechische Epigrafik. Das Verständnis Platons förderte er entscheidend.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      ADB Bd. 2, S. 770-78
      NDB Bd. 2, , S. 366-367
      //de.wikipedia.org/wiki/August_Boeckh
⇒ I: 1.

Böhm, Ludwig
Chirurg und Augenarzt,
*Hanau 22.1.1811, † Berlin 30.7.1869;
arbeitete ab 1835 nach seiner Promotion als Arzt in Berlin. Er habilitierte sich dort 1841 und wurde 1845 zum a.o. Prof. berufen. Außerdem war er ab 1844 Bataillonsarzt im 20. Landwehr-Regiment.
      Quellen:
      ADB Bd. 3, S. 65
      //de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Boehm_(Mediziner)
⇒ I: 138.

Bötticher, Karl Heinrich von
Ministerialbeamter,
* Stettin 6. 1. 1833, † Naumburg (Saale) 6. 1. 1907; wurde 1880 Staatssekretär im Reichsamt des Innern und Preußischer Staatsminister ohne Ressort, 1881 Generalvertreter des Reichskanzlers. Bötticher war maßgeblich an der Durchführung der Sozialpolitik von O. von Bismarck beteiligt und bestimmte wesentlich die Handelspolitik unter Reichskanzler G. L. Graf von Caprivi.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 603
      //de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinrich_von_Boetticher
⇒ III: 26, 30, ✉ 53-54, 73, 96.

Böttiger (Halle)
Lagarde, Paul de

Boll, Franz
Physiologe,
geb. 26. Febr. 1849 in Neubrandenburg, gest. 19. Dez. 1879 in Rom,
studierte in Bonn, Heidelberg, Berlin und wurde 1873 Professor der Anatomie und vergleichenden Physiologie an der Universität Rom. Von seinen zahlreichen physiologischen Arbeiten ist besonders die Entdeckung des Sehpurpurs ( 1876) zu erwähnen. Er schrieb: »Beiträge zur vergleichenden Histiologie des Molluskentypus« (Bonn 1869); »Die Histiologie und Histiogenese der nervösen Zentralorgane« (Berl. 1873); »Das Prinzip des Wachstums« (das. 1876); »Anatomia e fisiologia della retina« (Rom 1877).
(aus Meyers Großem Konversations-Lexikon)
      Quellen:
      Meyer-Konv Bd. 3, S. 181
      Pagel, Sp. 211-212
      //de.wikipedia.org/wiki/Franz_Boll_(Mediziner)
⇒ II: 233, 250.

Boltzmann, Ludwig
österr. Physiker,
* Wien 20.2.1844, † (Selbstmord) Duino 5.9.1906; ab 1869 Prof. an versch. österr. und dt. Univ., zuletzt (1902) in Wien. B. bestätigte 1872 die damals noch umstrittene maxwellsche Elektrodynamik, indem er den von J.C. Maxwell geforderten Zusammenhang zw. opt. Brechzahl und Dielektrizitätskonstante experimentell bei Schwefel nachwies. Sein Hauptarbeitsgebiet war aber die theoret. Physik.   …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 536-537
      DBE 2, S. 12-13
      DSB 2, S. 260-268
      NDB Bd. 2, S. 436 f.
      Pogg. III. S. 155-156, IV. S. 153
      /histmath-heidelberg.de/homo-heid/boltzmann.htm
      //www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Boltzmann.html
      //de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Boltzmann
⇒ II: 200, ✉ 201, 321, 326, 327, 328, 329, 332.
⇒ III: ✉ 100.

Bolyai, János (Johann)
ungarischer Ingenieuroffizier und Mathematiker,
* Kolozsvár (heute Cluj-Napoca, Rumänien) 15. 12. 1802, † Marosvásárhely (heute Târgu Mure?) 27. 1. 1860, Sohn von Farkas (Wolfgang) Bolyai.
In Untersuchungen ab etwa 1823 erkannte er die Unbeweisbarkeit des Parallelenaxioms und fasste, unabäängig von C. F. Gauß und N. Lobatschewski, die ohne Verwendung des Parallelenpostulats in Euklids »Elementen« herleitbaren Sätze als absolute Geometrie zusammen; darüber hinaus entwickelte er die ersten Sätze einer nichteuklidischen hyperbolischen Geometrie.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A1nos_Bolyai
⇒ II: 155.

Bonghi, Ruggero
Hochschullehrer, Politiker und Journalist
* Neapel 21.3.1826, † Torre del Greco 22.10.1895;
wurde 1859 Professor für Altgriechisch in Pavia und 1860 bis zu seinem Tod Abgeordneter im ital. Parlament. 1862 gründete er in Turin die Zeitung La Stampa und von 1866 bis 1874 war er Herausgeber der Zeitung La Perseveranza. 1867 wurde er in Mailand Professor für Alte Geschichte und ab 1871 in Rom. 1873 bis 1876 war er Bildungsminister und reformierte das ital. Bildungssystem.
      Quellen:
     
//de.wikipedia.org/wiki/Ruggero_Bonghi
⇒ II: 252.

Bonnell, Eduard (frühere Schreibweise: Bonnel)
Pädagoge,
* Berlin 15.2.1802, † Berlin 1877;
nach dem Studium der Philologie, Theologie und Philosophie wurde er 1823 Lehrer am Berliner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium und wechselte 1829 an das Gymnasium zum Grauen Kloster. 1830 wurde er zum (Gymnasial-)Professsor ernannt. 1838 kehrte er als Direktor an das Friedrich-Werdersche-Gymnasium zurück, das er als Schüler besucht hatte. 1875 trat er in den Ruhestand.
      Quellen:
     
ADB Bd. 47, S. 106-109
      //de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Bonnell
⇒ I: 7.

Borchardt, Karl Wilhelm
Mathematiker, * 22.2.1817 Berlin, † 27.6.1880 Rüdersdorf bei Berlin.
B. studierte an den Universtitäten Berlin und Königsberg und wurde dort 1843 mit einer Arbeit bei Carl Gustav Jacobi promoviert, dem er nach Florenz und Rom folgte. Seit 1847 in Paris ansässig, fand er Kontakt zu den Mathematikern Liouville, Chasles und Hermite. B. habilitierte sich 1851 in Berlin und hielt Vorlesungen zur Elektrizitätslehre. 1855 wurde er ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften, übernahm im gleichen Jahr die Herausgabe des „Journals für die reine und angewandte Mathematik“ und veröffentlichte dort selbst zahlreiche Arbeiten, u.a. über eine kubische Gleichung, die es ermöglicht, säkulare Störungen der Planeten zu bestimmen (1846); 1861 gab er seine Lehrtätigkeit aus gesundheitlichen Gründen auf.
(aus DBE)
      Quellen:
      DBE 2, S. 26
      DSB 2, S. 298-299
      Gottwald S. 67
      ADB Bd. 47 S. 112
      NDB Bd. 2, S. 456
      Pogg. I. Sp. 237, III. S. 162, IV. S. 158
      //www-history.mcs.st-and.ac.uk/history/Mathematicians/Borchardt.html
      //de.wikipedia.org/wiki/Karl_Wilhelm_Borchardt
⇒ II: 123, 179.

Bosco, Bartolommeo
* Turin 7. 1. 1793, † Gruna (heute zu Dresden) 6. 3. 1863;
bekannter Taschenspieler, ebenso sein Sohn Carlo, der auch Werke über Zauberkünste und Kartenkunststücke schrieb.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Bartolomeo_Bosco
⇒ II: 109.

Bottomley, James Thomson
Physiker und Chemiker,
* Fort Breda 10.1.1845, † Glasgow 18.5.1926, Neffe von William Thomson-
Der Sohn von William Bottomley und Anna Thomson studierte in Belfast und Dublin. 1870 wurde er Assistenzprofessor für Physik in Glasgow.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/James_Thomson_Bottomley
      //en.wikipedia.org/wiki/James_Thomson_Bottomley
⇒ II: 198.

Bowditch, Henry Ingersoll
Arzt in Boston,
* 1808, † 1892 bekämpfte unermüdlich die Sklaverei. Er wurde durch seine Arbeiten über die Tuberkulose bekannt.
      Quellen:
      //en.wikipedia.org/wiki/Henry_Ingersoll_Bowditch
⇒ III: 93.

Bowman, Sir William
* Nantwich 20.7.1816, dagger; Dorking 29.3.1892.
Englischer Arzt. 1837 Prosektor und Curator des Anatomischen Museums in London, Demonstrator der Anatomie am King's College. Gleichzeitig Arzt bei dem Royal-London Ophthalmic Hospital. Präsident der Ophthalmologischen Gesellschaft des Vereinigten Königreiches 1880 und Gründung der Bowman-Lecture 1883.
(aus Anna von Helmholtz - Register)
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/William_Bowman_(Mediziner)
⇒ I: 137.
⇒ II: 104, 105.

Bowmann
Bowman, Sir William

Boyle, Robert
englischer Naturforscher,
* 25.1.1627 in Lismore (Irland), † 30.12.1691 in London; einer der Begründer der Royal Society.
Boyle lebte nach einer Bildungsreise durch Europa (1637–44) als reicher Privatmann in Oxford, ab 1668 in London und befasste sich mit naturwissenschaftlichen Experimenten. Er wiederholte die Versuche von O. von Guericke und E. Torricelli mit verbesserten, von R. Hooke entwickelten Luftpumpen und beschrieb sie erstmals 1660. Boyle entdeckte 1662 experimentell den Zusammenhang zwischen Druck und Volumen der Luft. Dieser wird in dem nach ihm und E. Mariotte benannten Druck-Volumen-Gesetz (→ Boyle-Mariotte-Gesetz) der Gase beschrieben.
Im »Sceptical Chymist« (1661, deutsch 1929) übte Boyle an den zeitgenössischen Elementenlehren Kritik. Er definierte chemische Elemente als chemisch unvermischte Körper, in die man vermischte Körper mit Mitteln der Chemie zerlegen kann, und bereitete dadurch den späteren Begriff des chemischen Elements sowie die Entwicklung der analytischen Chemie vor. Er vertrat eine mechanistische Atomistik, lehnte aber die rein materialistische Auffassung der Epikureer ab. In Medizin und Biologie beschrieb Boyle zahlreiche Erscheinungen (Reflexbewegungen, Funktion der Schwimmblase u. a.); er standardisierte Pharmaka und führte die Bezeichnung »Pharmakologie« ein.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      //de.wikipedia.org/wiki/Robert_Boyle
⇒ II: 40.

Branca (bis 1907: Branco), Wilhelm von (ab 1895)
* Potsdam 9.9.1844, † München 12.3.1928.
Studierte Geologie in Heidelberg, Rom, Berlin, Straßburg und München, 1876 Assistent am Mineralogischen Institut in Heidelberg, 1881 Dozent für Geologie, Landesgeologe in Berlin, 1887 Professor der Mineralogie und Geologie an der Universität Königsberg, 1890 Tübingen, 1895 Hohenheim. Seit 1899 Professor der Geologie und Paläontologie, Universität Berlin. Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Veröffentllichungen gelten: Wirkungen und Ursachen der Erdbeben. Über die Entwicklungsgeschichte und Verwandschaftsverhältnisse der fossilen Cephalopoden. Über die fossile Säugetierfauna, über die Natur der vulkanischen Tuffgänge in der Schwäbischen Alp usw., 1897 Über die Ausgrabungen bei Tangagura [i.e. Tendaguru].
(aus Anna von Helmholtz - Register)
      Quellen:
      NDB Bd. 2, S. 514-515
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Branca
⇒ II: 191.

Branco, Friedrich Wilhelm
Regimentsarzt, Vater von Wilhelm von Branca,
1797-1870;
B. wurde Generarzt und Hausarzt des Königs. Sein Sohn heiratete 1872 die Helmholtz-Tochter Käthe.
      Quellen:
      NDB Bd. 2, S. 514-515 (Wilhelm von Branca)
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Branca
⇒ I: 54.

Branco, Käthe, geb. Helmholtz
Tochter von Olga und Hermann Helmholtz,
* Königsberg 22.6.1850, † Berlin-Dahlem 25.4.1878.
Sie war eine begabte Malerin und konnte sich mit Hilfe ihrer Stiefmutter Anna von Helmholtz durch Studienreisen fortbilden. Außerdem half sie bei der Übersetzung von Tyndalls Schriften mit. K. heiratete 1872 Wilhelm Branco (später: Wilhelm von Branca). Am 18.4.1873 wurde ihre Tochter Edith geboren, die später Lehrerin in Berlin wurde. Gustav Robert Kirchhoff besuchte Käthe und ihre kleine Tochter im November 1874 in Heidelberg, wo sie sich wegen des Studienabschlusses von Wilhelm Branco aufhielten. Wie ihre Mutter wurde sie lungenkrank; ihr Befinden verschlechterte sich nach der Geburt der Tochter. Trotz mehrerer Aufenthalte in Italien, Schweiz, Baden-Baden starb sie bereits mit 27 Jahren.
      Quellen:
      Werner, S. 63ff.
⇒ I: 126.
⇒ II: 8, 48, 69, 184, ❖ 190-191, 236.

Brewster, Sir (seit 1831) David
brit. Physiker,
* Jedburgh (Borders Region) 11. 12. 1781, † Allerly (Borders Region) 10.2.1868; Privatgelehrter; ab 1815 Mitgl. der Royal Society. B. begann bereits 1799 mit experimentellen Untersuchungen zur physikal. und physiolog. Optik, die bes. die Reflexion, Absorption, Polarisation und Interferenz des Lichts sowie die Fluoreszenz betrafen; er entdeckte das → brewstersche Gesetz und bei Versuchen zur Doppelbrechung von Kristallen die chromat. Polarisation und den Pleochroismus. B. erfand außerdem das Kaleidoskop (1816) und das Spiegelstereoskop.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 3, S. 715
      //de.wikipedia.org/wiki/David_Brewster
⇒ I: 166, 167, 169, 172, 173, 174, 191.
⇒ III: 59.

Brown,
(Herbst 1871 Prof. in St. Andrews)
⇒ II: 197, 198.

Brücke, Ernst (Wilhelm) Ritter von
Physiologe,
* Berlin 6.6.1819, † Wien 7.1.1892; war ab 1848 Prof. in Königsberg, ab 1849 in Wien. Neben seinen Arbeiten über das Protoplasma, die Blutgerinnung, die Wirksamkeit des Pepsins, die Gallenfarbstoffe und zur physiolog. Optik erlangten v.a. seine klass. sinnesphysiolog. Studien über Reizbewegungen herausragende Geltung. B. ist Mitbegründer der neuzeit. Phonetik.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 4, S. 31-32
      DBE 2, S. 152
      DSB 2, S. 530-532
      ADB Bd. 47 S. 273-275
      NDB Bd. 2, S. 655
      Pagel  Sp. 258-262
      Mecenseffy  S. 32-38
      Pogg. I. Sp. 312, III. S. 204, IV. S. 191
      //de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wilhelm_von_Br%C3%BCcke
      //www.aeiou.at/aeiou.encyclop.b/b800847.htm
⇒ I: 44, 45, 50, 55, 58, 62, 70, 78, 93, 94, 106, 107, ✉ 108, 109, 110, 136, 139, 140, 141, 150, 155, 157, 158, ✉ 165, 175, 237, 293, 372.
⇒ II: 13, 114, 286.

Brugsch, Heinrich Karl
Ägyptologe,
* Berlin 18. 2. 1827, † ebenda 9. 9. 1894, Vater von Theodor Brugsch;
war Professor in Berlin, Göttingen und Kairo, wo ihn der Vizekönig von Ägypten (Khedive) 1870 zum Bei, 1881 zum Pascha ernannte; schrieb bedeutende Beiträge zur Ägyptologie, besonders zum Demotischen; begründete 1863 die erste Fachzeitschrift für Ägyptologie (»Zeitschrift für ägyptische Sprache und Alterthumskunde«).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-03-10)
      ADB Bd. 47, S. 283-293
      NDB Bd. 2, S. 667-668
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Brugsch
⇒ I: 250.

Budge, Julius
Anatom,
*Wetzlar 11.9.1811, † Greifswald 14.7.1888;
habilitierte sich nach seinem Medizinstudium und Tätigkeit als prakt. Arzt 1842 in Bonn. Dort wurde er 1847 a.o. Prof. und 1855 ord. Professor. 1856 — nach einer Publikation über die Bewegung der Iris — wurde er an die Universität Greifswald berufen.
      Quellen:
      ADB Bd. 47, S. 337-339
      //de.wikipedia.org/wiki/Julius_Budge
⇒ I: 283.

Bunsen, Christian Karl Josias Freiherr von (seit 1858)
preußischer Diplomat und Theologe,
* Korbach 25. 8. 1791, † Bonn 28. 11. 1860, Großvater von Marie Bunsen;
war 1824-38 preußischer Vertreter beim Heiligen Stuhl, gründete die deutsche evangelische Gemeinde in Rom und das Archäologische Institut, dessen Generalsekretär er wurde. Von der Kurie erwirkte er 1830 das Breve für Mischehen. Bunsen wurde 1842 Gesandter in London und unterzeichnete 1852 das Londoner Protokoll über Schleswig-Holstein. Da er im Krimkrieg eine Verbindung der preußischen Politik mit den Westmächten befürwortete, wurde er 1854 in den Ruhestand versetzt.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-03-11)
      ADB Bd. 3, S. 541-552
      NDB Bd. 3, S. 17-18
      //de.wikipedia.org/wiki/Christian_Karl_Josias_von_Bunsen
⇒ I: 194, 195.

Bunsen, Georg von
Politiker, vierter Sohn von Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen (1791–1860),
geb. 7. Nov. 1824 in Rom, gest. 22. Dez. 1896 in London,
studierte Philosophie und Geschichte, reiste viel und widmete sich auf einem Landgut bei Bonn der Landwirtschaft. 1862–79 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhaus, 1867–87 auch dem norddeutschen und deutschen Reichstag (seit 1884 als Mitglied der Deutsch-freisinnigen Partei) an und lebte zuletzt in London. Vgl. Marie v. Bunsen, Georg von B., ein Charakterbild aus dem Lager der Besiegten (Berl. 1900).
(aus Meyers Großem Konversations-Lexikon)
      Quellen:
      Meyer-Konv, Bd. 3, S. 607
     
//de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Bunsen
⇒ II: 309.

Bunsen, Robert (Wilhelm)
Chemiker,
* Göttingen 30.3.1811, † Heidelberg 16.8.1899; Prof. in Marburg (1839-50), Breslau und Heidelberg (1852-89). B. war einer der bedeutendsten Naturforscher des 19. Jh. und Lehrer einer Generation von Chemikern.   …
(aus Brockhaus)
Das Grabmal am Heidelberger Bergfriedhof ist noch erhalten.
      Quellen:
      Brockhaus 4, S. 164
      DBE 2, S. 224-225
      DSB 2, S. 586-590
      HGL S. 35
      Ruuskanen S. 198-200
      ADB Bd. 47 S. 369-376
      NDB Bd. 3, S. 18-20
      Pogg. I. Sp. 340-341, III. S. 214-215, IV. S. 205
      //de.wikipedia.org/wiki/Robert_Wilhelm_Bunsen
      //www.uni-heidelberg.de/institute/fak12/texte/bunsen.html
⇒ I: 157, 158, 274, ✉ 293, 294, 295, ✉ 298, ✉ 299, 317.
⇒ II: 13, 46, 47, 93, ✉ 113-114, 180, 184.
⇒ III: 52.

Burdach, Karl Friedrich
Anatom und Physiologe,
* Leipzig 12. 6. 1776, † Königsberg (Pr) 16. 7. 1847;
war ab 1811 Professor in Dorpat (heute Tartu), ab 1814 in Königsberg, befasste sich mit der Physiologie und vergleichenden Anatomie des Gehirns und Rückenmarks; prägte (1800) den Begriff »Morphologie« und entdeckte (1819) die nach ihm benannte Leitungsbahn im Rückenmark, den Burdach-Strang (Fasciculus cuneatus).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-24)
      ADB Bd. 3, S. 578-580
      //de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Burdach
⇒ I: 93.

Burow, Karl (Heinrich) August
Chirurg und Augenarzt,
* Elbing 10.11.1809, † Königsberg 15.4.1874;
lehrte von 1844 bis 1859 an der Universität in Königsberg. Zusätzlich gründete er 1846 eine Privatklinik. Er konstruierte ein Ophthalmometer und führte Schieloperationen durch.
      Quellen:
      ADB Bd. 3, S. 629-630
      //de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinrich_Burow
⇒ I: 191.

Busch, Agnes
* 1830 als Tochter von Eilhard Mitscherlich, ⚭ den Mediziner Wilhelm Busch, † 1910.
⇒ I: 306.

Busch, (Karl David) Wilhelm
Chirurg,
* Marburg 5.1.1826, † Bonn 24.11.1881; Nach dem Medizinstudium, Promotion (1848) und Habilitation (1852) in Berlin, wurde er 1855 an die Universität Bonn berufen. Dort wirkte er als Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik.
Seine Tochter Frida (1868-1961) war die erste Medizinstudentin in Bonn und erwarb dort 1903 als erste Frau den Doktorgrad.
      Quellen:
      ADB Bd. 47, 406-407
      Pagel S. 288-290
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Mediziner)
⇒ I: 294, 306.

Bussy (Paris)
Begleiter zum Besuch eines Harmoniumfabrikanten
⇒ II: 74.

Byron, George Gordon Noel, 6. Baron, genannt Lord Byron
englischer Dichter,
* London 22. 1. 1788, † Mesolongion (Griechenland) 19. 4. 1824, Enkel von John Byron; — berühmtester Vertreter der englischen Romantik.
Byron, von großem persönlichem Charme, war eine zwiespältige Natur. In ihm vereinten sich tiefe Liebe und ausschweifende Sinnlichkeit, weltschmerzliche Pose und echt empfundenes Leid, Begeisterungsfähigkeit und schroffe Ablehnung. Wegen Inzestverdachts und Schulden von der englischen Gesellschaft geächtet, reiste Byron 1816 in die Schweiz, wo er P. B. Shelleys Freundschaft gewann, und nach Italien. Ständig ruhelos, siedelte er nach einem längeren Aufenthalt in Ravenna (1819–21) nach Pisa zu Shelley über. 1824 entschloss er sich, die Griechen aktiv in ihrem Freiheitskampf gegen die Türken zu unterstützen, starb aber kurz nach der Landung in Mesolongion an Malaria.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-02-10)
      //de.wikipedia.org/wiki/George_Gordon_Byron
⇒ I: 29; 30.

Letzte Änderung: März 2022     Gabriele Dörflinger   Kontakt

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