Personen R-Z

 

in den Nachrufen von Emil Lampe.

Racine, Jean
franz. Dramatiker, getauft (bei Soissons) 22.12.1639, † Paris 21.4.1699.
Er gehörte neben Molière und Corneille zu den bedeutendsten Dramatikern der französischen Klassik. …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Jean_Racine
⇒   15B

Radowitz, Joseph Maria von
preuß General (seit 1845) und Politiker, * Blankenburg 6. 2. 1797, † Berlin 25. 12. 1853;
trat 1823 in preußische Staatsdienste, wurde als Vertrauter König Friedrich Wilhelms IV. 1836 Militärbevollmächtigter beim Deutschen Bund in Frankfurt am Main, dessen Reform er im Einvernehmen mit Österreich anstrebte. In der Frankfurter Nationalversammlung zählte Radowitz zur äußersten Rechten. Nach dem Scheitern der Frankfurter Reichsverfassung strebte er als preußischer Außenminister (seit 26. 9. 1850) einen kleindeutschen Bundesstaat unter preußischer Führung an. Die von ihm verfolgte Politik der Union scheiterte v. a. am Widerstand Österreichs; noch vor dem Abschluss der Olmützer Punktation trat Radowitz, der sich zunehmend isoliert sah, zurück.
(aus Brockhaus)
Er war ab 1823 Mitglied des Direktoriums der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin.
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Joseph_von_Radowitz
      BBAW
⇒   21D

Raffael, Raphael (Urbinas), eigentlich Raffaello Santi (Sanzio)
italienischer Maler und Baumeister,
* vermutlich 6.4.1483 in Urbino, † 6.4.1520 in Rom.
Er lernte zunächst bei seinem Vater G. Santi, dann bei Perugino in Perugia; 1504 ließ er sich in Florenz nieder, Ende 1508 wurde er nach Rom an den päpstlichen Hof berufen, wo er bis zu seinem Tod als Maler, später auch als Architekt und als Konservator der antiken Denkmäler Roms tätig war. Er ist im Pantheon beigesetzt. Raffael zählt neben Leonardo da Vinci und Michelangelo zu den bedeutendsten Künstlern der Hochrenaissance. Seine Kompositionen, Figur- und Motiverfindungen wurden bis ins 20. Jahrhundert als das klassische Kunstideal rezipiert.

(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-03-18)
      //de.wikipedia.org/wiki/Raffael
⇒   15B

Reye, Theodor
dt. Mathematiker, * Ritzebüttel 20. 6. 1838, † Würzburg 2. Juli 1919.
Er studierte Maschinenbau, Physik und Mathematik in Hannover, Zürich und Göttingen und schloss das Studium 1861 mit der Promotion ab.Ab 1863 lehrte er in Zürich am Polytechnikum. 1872 wechselte er an die Universität Straßburg, war 1886/87 Rektor und emeritierte 1909. In Zürich wandte er sich der projektiven Geometrie zu.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Reye
      Historisches Lexikon der Schweiz
⇒   18C

Richard, Louis
franz. Mathematiker, * Paris 31. 3. 1795, † Paris 11. 3. 1849.
Er war ab 1822 Mathematik-Lehrer am Collège Louis-le-Grand. Zu seinen Schülern gehörten Evariste Galois, Joseph Serret und Charles Hermite.
      Quelle:
      //en.wikipedia.org/wiki/Louis_Paul_%C3%89mile_Richard
⇒   16H

Richelot, Friedrich Julius
Mathematiker,
Königsberg 6.11.1808, † Königsberg 31.3.1875; studierte in Königsberg, wurde dort 1832 a.o. Professor und 1843 ord. Professor für Mathematik. übernahm die Mathematische Abt. des von Franz Neumann gegründeten Seminars. Der Physiker Gustav Robert Kirchhoff gehörte zu seinen Schülern und heiratete 1857 seine Tochter Clara.
      Quellen:
      ADB Bd. 28 S. 432-433
      Pogg. II. Sp. 631, III. S. 1120
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Julius_Richelot
     
Saalschütz, Louis: Prof. Dr. Richelot †
In: Wissenschaftliche Monats-Blätter. - Königsberg.
Bd. 3 (1875), S. 63-64
//www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/14996
⇒   12W

Riemann, (Georg Friedrich) Bernhard
Mathematiker,
* Breselenz (heute zu Jameln, Kr. Lüchow-Dannenberg) 17.9.1826, † Selasca (heute zu Verbania) 20.7.1866;
ab 1859 Prof. in Göttingen, zählt mit seinen Beiträgen v.a. zur Analysis, Funktionentheorie und Topologie, analyt. Zahlentheorie und mathemat. Physik zu den bedeutendsten Mathematikern des 19. Jh. Die Dissertation »Grundlagen für eine allgemeine Theorie der Functionen einer veränderl. komplexen Grösse« (1851) entwickelt die Funktionentheorie, ausgehend vom Begriff der komplexen Differenzierbarkeit und enthält in Gestalt der riemannschen Flächen eine fruchtbare Weiterentwicklung sowie mit dem riemannschen Abbildungssatz ein Ergebnis größter Bedeutung.   …
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 18, S. 383-384
      Meschkowski S. 223-226
      DMV Bd. 4, S. 71-87
      ADB Bd. 28, S. 555-559
      NDB Bd. 21, S. 591-592
      Pogg. II. Sp. 641, III. S. 1122
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Riemann/
      //www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/13006
⇒   08K, 12W, 16H, 27P

Ritter, Carl
Geograf, * Quedlinburg 7. 8. 1779, † Berlin 28. 9. 1859;
ab 1820 Professor in Berlin. Nach einer in der Tradition des 18. Jahrhunderts stehenden Staatenkunde und einer Serie von physisch-geografischen Karten von Europa begann Ritter mit einer länderkundlichen Darstellung der Erde, die nur Afrika und Asien behandelte; unter besonderer Berücksichtigung der Vergangenheit wollte er die Beziehungen zwischen Natur und Mensch darstellen, in deren Ablauf er das gesetzmäßige Walten Gottes (die Erde als »Wohnort« und »Erziehungshaus« der Menschheit) sah.
Wesentliche Anregungen gab ihm J. H. Pestalozzi. Von nachhaltiger Wirkung waren neben der Lehrtätigkeit Ritters die aus seinen kleineren Schriften geschöpften methodischen Anregungen zur Anthropogeografie. Er wurde damit neben A. von Humboldt zum Begründer der wissenschaftlichen Geografie.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Carl_Ritter
⇒   16S

Rose, Heinrich
Mineraloge und Chemiker,
* Berlin 6.8.1795, † Berlin 27.1.1864;
wurde 1822 Dozent der Chemie an der Universität Berlin und 1835 zum ordentlichen Professor berufen.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Rose
⇒ 16S

Rüdorff, Friedrich
dt. Chemiker, * Werl 3. 11. 1832, † Charlottenburg 29. 11. 1902;
Nach dem Studium der Chemie wurde er 1865 Lehrer für Physik und Chemie#an der Berliner Bauakademie. 1883 wurde er als Prof. für Chemie an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg berufen, deren Rektor er 1886/1887 war.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_R%C3%BCdorff
⇒ 16S

Sadler, Mary
† 1706,
stiftete einen Lehrauftrag für Mathematik an der Universität Cambridge. Die Stiftung wurde 1860 zur Gründung eines Lehrstuhls für Reine Mathematik genutzt. Arthur Cayley wurde 1863 auf diesen berufen.
      Quelle:
      //en.wikipedia.org/wiki/Sadleirian_Professor_of_Pure_Mathematics
⇒ 12C

Salmon, George
irischer Mathematiker und Theologe, * Dublin 25. 9. 1819, † Dublin 22. 1. 1904.
Er studierte Mathematik und Theologie in Dublin, wurde 1845 Priester und 1866 Professor der Theologie in Dublin. G. Salmon wurde zum Mitglied mehrerer Akademien gewählt. Mehrere seiner mathematischen Lehrbücher wurden auch in deutscher Übersetzung herausgegeben.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/George_Salmon
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Salmon/
⇒ 12C, 18C

Scharnhorst, Gerhard Johann David von (seit 1802)
preußischer General und Staatsmann, * Bordenau 12. 11. 1755, † Prag 28. 6. 1813;
1778 Eintritt in die Hannoversche Armee, dort 1796 Generalquartiermeister. 1801 trat Scharnhorst als Oberstleutnant in preußischen Dienste über; in Berlin war er Mitbegründer der Militärischen Gesellschaft. Am Krieg von 1806 nahm er als Stabschef der von Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig geführten Hauptarmee teil. Im Juli 1807 ernannte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen den zum Generalmajor beförderten Scharnhorst zum Vorsitzenden der Militär-Reorganisationskommission. In dieser Funktion war er hauptverantwortlich für die Durchführung der preußischen Heeresreform; seine wichtigsten Mitarbeiter waren u. a. A. W. A. Gneisenau, H. Boyen, K. W. G. Grolman, Friedrich Wilhelm von Götzen (* 1767, † 1820) sowie C. Clausewitz. Kernpunkte der Reform waren v. a. die Öffnung des Offizierskorps für Bürgerliche (Beförderung nach Leistung), die Abschaffung der Prügelstrafe und die Einführung einer neuen Exerzierordnung. Da »alle Bewohner des Staates geborene Verteidiger desselben« seien, propagierte Scharnhorst die Notwendigkeit der Schaffung eines »Volksheeres«, zunächst mittels des Krümpersystems, dann auf der Basis der allgemeinen Wehrpflicht (Verordnungen über den Landsturm sowie die Landwehr, Februar/März 1813). — Seit Ende 1808 war Scharnhorst Direktor des neu geschaffenen Allgemeinen Kriegsdepartements; 1809 und 1811 setzte er sich vergeblich für die Wiederaufnahme des Krieges gegen Frankreich ein. 1810 verlor Scharnhorst, v. a. auf Drängen Napoleons I., vorübergehend an Einfluss. Nachdem er Anfang 1813 die Vorbereitungen zum Befreiungskrieg geleitet hatte, wurde er als Generalstabschef G. L. Blüchers in der Schlacht von Großgörschen schwer verwundet (2. 5. 1813); während der von ihm geführten Verhandlungen mit Österreich über den Beitritt zur antinapoleonischen Koalition erlag er seinen Verletzungen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_von_Scharnhorst
⇒ 21D

Scheffers, Georg
dt. Mathematiker, * bei Holzminden 21. 11. 1866, † Berlin 12. 8. 1945.
Er studierte von 1884 bis 1890 Mathematik in Leipzig bei Sophus Lie und Felix Klein. Ab 1896 Dozent an der TH in Darmstadt (1900 Professor) und von 1907 bis zu seiner Emeritierung Prof. an der Technischen Hochschule berlin-Charlottenburg.
Er arbeitete über die Geometrie der Berührungstransformationen und Translationsflächen.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Georg_Scheffers
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Scheffers
⇒ 14L

Scherk, Heinrich Ferdinand
dt. Mathematiker, * Posen 27. 10. 1798, † Bremen 4. 10. 1885.
Er studierte 1820-1821 in Königsberg, 1822 in Göttingen und 1823 in Berlin, wo er die Promotion erlangte. 1824 habilitierte er sich in Königsberg, wurde 1826 als a.o. Prof. nach Halle berufen und 1831 zum ord. Prof. ernannt. 1833 ging er als ord. Prof. für Mathematik und Astronomie an die Kieler Universität. Nach Niederschlagung der Schleswig-Holsteinischen Erhebung verlor er seine Stelle und nahm 1874 eine Lehrerstelle in Bremen an.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Ferdinand_Scherk
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Scherk/
⇒ 08K

SCHWALBE, Bernhard
NR 16. 1901, S. 242-247

Schwarz, Hermann Amandus
Mathematiker,
* Hermsdorf, bei Waldenburg (Schles.) 25.1.1843, † Berlin 30.11.1921; Schüler von K. Weierstraß, dessen Nachfolger S. 1892 nach Professuren in Zürich (1869) und Göttingen (1875) wurde. S. lieferte wichtige Beiträge zur Analysis, zur Funktionentheorie und zur Differenzialgeometrie; er gilt als Begründer der zweidimensionalen Variationsrechnung und der Theorie der Eigenfunktionen bei partiellen Differenzialgleichungen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 19, S. 549
      Gottwald S. 421-422
      Meschkowski S. 237
      DBE (2. Ausg.) 9, S. 326-327
      DMV Bd. 32, S. 6-13
      Pogg. III. S. 1224-1225, IV. S. 1371
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Schwarz/
      //de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Amandus_Schwarz
⇒ 12W

Scialoja, Vittorio
* Turin 24. April 1856; † Rom 19. November 1933,
war ein italienischer Jurist, Hochschullehrer und Politiker, der durch die Übersetzung von Friedrich Carl von Savignys System des heutigen römischen Rechts in die Italienische Sprache unter dem Titel Sistema di diritto Romano attuale (1886-1898) ein maßgeblicher Vertreter des italienischen Zivilrechts sowie sowohl Justiz- als auch Außenminister war.
(aus Wikipedia)
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Vittorio_Scialoja
⇒ 18C

Scott, Charlotte Angas
Lincoln (Lincolnshire), England * 8. Juni 1858, † Cambridge 10. November 1931
war eine britische Mathematikerin, die vor allem in den USA wirkte. Sie spielte eine wichtige Rolle in der Akzeptanz von Frauen in den Wissenschaften. Sie befasste sich hauptsächlich mit algebraischer und analytischer Geometrie.
(aus Wikipedia)
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Angas_Scott
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Scott/
⇒ 12C

Serret, Joseph
franz. Mathematiker, * Paris 30. 8. 1819, † Versailles 2. 3. 1885.
Er studierte in Paris (Promotion 1847) und wurde 1861 Professor für Himmelsmechanik am Collège de France sowie 1863 Professor für Analysis an der Sorbonne. 1871 wurde er pensioniert.
Bekannt wurde er durch seine Arbeiten zur Differentialgeometrie.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Serret
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Serret/
⇒ 16H

Smith, Henry John Stephen
britischer Mathematiker,
* Dublin 2. 11. 1826, † Oxford 9. 2. 1883;
Professor in Oxford; lieferte bedeutende Arbeiten zur Geometrie, zur Theorie der elliptischen Funktionen und besonders zur Zahlentheorie. Hervorzuheben ist sein sechsteiliger »Report on the theory of numbers« (1859–65).
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online (aufgerufen am 2022-01-22)
      //de.wikipedia.org/wiki/Henry_John_Stephen_Smith
      https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Smith/
⇒ 12C

Staudt, Karl Georg Christian
Mathematiker, * Rothenburg ob der Tauber 24. 1. 1798, † Erlangen 1. 6. 1867;
ab 1835 Professor in Erlangen. Bekannt wurde Staudt durch sein Werk »Geometrie der Lage« (1847) sowie durch die »Beiträge zur Geometrie der Lage« (3 Bände, 1856-60), in denen er die synthetische Geometrie zu einem gewissen Abschluss führte. Insbesondere gelang ihm 1857 eine metrikfreie Deutung imaginärer Zahlen im Rahmen der projektiven Geometrie, zu deren Begründern er in Deutschland gehörte.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Staudt
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Von_Staudt/
⇒ 18C

Steinbart, Quintin
* 9. Februar 1841 in der Mark Brandenburg; † 5. Juni 1912. Steinbart war seit 1875 Schulleiter des Realprogymnasiums und des späteren Realgymnasiums Duisburg.
Zuvor hat er sich an der Universität zu Berlin immatrikuliert. Er studierte an der Berliner Universität Mathematik, Physik sowie neuere Sprachen und war schon mit 22 Jahren Lehrer am Victoria-Institut in Falkenberg in der Mark. Nach mehreren Schulwechseln und dem Deutsch-Französischen Krieg übernahm er die Leitung einer Schule in Rawitsch.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Steinbart-Gymnasium
⇒ 16S

Steiner, Jakob
schweizer. Mathematiker
* Utzenstorf (Kt. Bern) 18.3.1796, † Bern 1.4.1863; Sohn eines Bergbauern; lernte erst mit 14 Jahren schreiben. S. kam 1814 in die Schule von J. H. Pestalozzi, an der er ab 1816 unterrichtete. 1818-21 trieb S. in Heidelberg weitgehend autodidakt. Studien, danach in Berlin, wo er 1834 auf Betreiben u.a. A. von Humboldts Prof. wurde. S. formulierte als Erster den nach ihm benannten Lehrsatz der Mechanik. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der synthet., bes. der projektiven Geometrie im 19. Jh., wobei er nicht zuletzt durch ungewöhnl. Verhalten, später auch durch unaufrichtiges Zitieren, ein Außenseiter der wiss. Welt blieb.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 21, S. 67
      Gottwald S. 438-439
      ADB Bd. 35 S. 700-703
      Pogg. II. Sp. 994-995, III. S. 1287
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/steiner.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Steiner/
      //de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Steiner
⇒ 12W, 18C, 21D

Stirling, James
schottischer Mathematiker, * Landsitz Garden (bei Stirling) 1692, † Edinburgh 5. 12. 1770;
Mitglied der Royal Society (seit 1726) in London, später Geschäftsführer einer schottischen Bergbaugesellschaft. Stirling veröffentlichte eine wichtige Studie über Kurven 3. Grades (1717) und gab 1730 eine umfassende Darstellung der Differenzenrechnung.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/James_Stirling_(Mathematiker)
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Stirling/
⇒ 12C

Strassmann, Wolfgang
Mediziner und Politiker, * Rawitsch 8. 10. 1821, † Berlin 6. 12. 1885.
Er studierte Philosophie in Breslau und ab 1848 Medizin in Berlin. Seit 1863 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an. Er war Gründer und Vorsitzender des Vereins gegen Verarmung.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Stra%C3%9Fmann
⇒ 16S

Sturm, Charles François
Mathematiker und Physiker, * Genf 22. 9. 1803, † Paris 18. 12. 1855;
studierte in Genf, war dann Hauslehrer und ging 1825 nach Paris, wo er 1829 den nach ihm benannten Satz entdeckte. Er wurde 1830 Professor am Collège Rollin und 1840 Professor der Mathematik und Mechanik an der École polytechnique und der Sorbonne.
(Aus: Meyers Großes Konversations-Lexikon)
Er verfasste die Lehrbücher: »Cours d'analys« (1857-59) und »Cours de mécanique« (1861).
      Quellen:
      Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 152-153)
      //de.wikipedia.org/wiki/Charles-Fran%C3%A7ois_Sturm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Sturm/
⇒ 15B

Sturm, Rudolf
Mathematiker, * Breslau 6. 1. 1841; † Breslau 12. 4. 1919
Nach dem Studium der Mathematik und Physik in Breslau (1859-1863), das er mit der Promotion abschloss, wurde er Gymnasiallehrer in Bromberg. 1871 wurde er als ord. Prof. an die Technischen Hochschule Darmstadt berufen. 1892 kehrte er nach Breslau zurück, wo er 1910 emeritiert wurde. Sein Arbeitsgebiet war die Geometrie.
Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (1890). 1859-1863 Studium an der Universität Breslau
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Sturm_(Mathematiker)
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Sturm_Rudolf/
⇒ 18C

Sylow, Ludwig
norwegischer Mathematiker, * Oslo 12. 12. 1832, † Oslo 7. 9. 1918.
Er studierte von 1850 bis 1856 Mathematik in Oslo und unterrichtete dann als Lehrer in Oslo und Fredrikshald. 1898 erhielt er einen Lehrstuhl an der Universität Oslo.
Gemeinsam mit Sophus Lie gab er von 1873 bis 1881 das gesamte Werk von Niels Henrik Abel heraus.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Peter_Ludwig_Mejdell_Sylow
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Sylow/
⇒ 14L

SYLVESTER, James Joseph
NR 12. 1897, S. 359-363
⇒ 12C, 16H

Taylor, Brook
engl. Mathematiker, * Edmonton (heute zu London) 18. 8. 1685, † London 29. 12. 1731;
ab 1712 Mitglied der Royal Society, 1714-18 deren Sekretär, danach Privatgelehrter. In seinem 1715 erschienenen Hauptwerk »Methodus incrementorum directa & inversa« finden sich der ihm seit 1712 bekannte und nach ihm benannte taylorsche Satz sowie Untersuchungen über singuläre Lösungen von Differenzialgleichungen, über höhere Kurven und, erstmals in der Geschichte der Mathematik, zum Problem der schwingenden Saite.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Brook_Taylor
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Taylor/
⇒ 12C

Thomé, Ludwig Wilhelm
Mathematiker,
* Oberdollendorf (Königswinter) 13.3.1841, † Köln 1.10.1910; studierte 1859-1865 Mathematik und Physik in Bonn, München und Berlin. Nach der Habilitation 1869 in Berlin lehrte er dort und wurde 1874 als ord. Prof. an die Universität Greifswald berufen. Diese Stellung hielt er bis an sein Lebensende inne.
      Quellen:
      DMV Bd. 20, S. 261-278
      Pogg. III. S. 1338
⇒ 27P

Thomson, Sir (seit 1866) William, Lord Kelvin of Largs (seit 1892)
brit. Physiker,
* Belfast 26.6.1824, † Nethergall (bei Largs, Strathclyde Region) 17.12.1907; ab 1846 Prof. für theoret. Physik in Glasgow. Seine Hauptforschungsgebiete waren die Elektrophysik und die Thermodynamik; daneben leistete er bedeutsame Beiträge zur Elastizitätslehre, Hydrodynamik, Geophysik und förderte die beginnende Elektrotechnik, v. a. die Unterwassertelegrafie. 1848 gab T., ausgehend vom Carnot-Prozess, eine von der thermometr. Substanz unabhängige Definition der Temperatur und kam neben R. J. E. CLAUSIUS zu eigenen Formulierung der beiden Hauptsätze der Thermodynamik. Die absolute Temperatur wird heute in Kelvin angegeben. Mit J. P. JOULE entdeckte T. 1853 den Joule-Thomson-Effekt und 1856 den thermoelektr. Thomson-Effekt. T. erfand und verbesserte auch zahlr. Messverfahren und Geräte, u.a. die T.-Brücke.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 22, S. 46
      Gottwald S. 460
      DSB 13, S. 374-388
      Naturw.Rundschau 23 (1908), S. 89-90
      Pogg. III. S. 1341-1343
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Thomson/
      //de.wikipedia.org/wiki/William_Thomson,_1._Baron_Kelvin
    
Smith, Crosbie: Energy and empire : a biographical study of Lord Kelvin / Crosbie Smith and M. Norton Wise. - Cambridge [u.a.], 1989. - XXVI, 866 S.
ISBN 978-0-521-26173-9
      (Signatur UB Heidelberg: 92 H 842)
⇒ 14L

Tillich, Ernst
Mathematiker, * Frankfurt a. O. 24. 1. 1836, † Stettin 7. 3. 1910;
studierte von 1852 bis 1855 (Promotion) Mathematik und Naturwissenschaften in Breslau und Berlin. War ab 1857 an der Realschule in Bromberg und ab 1864 am Berliner Realgymnasium tätig. Er trat 1872 in den Ruhestand und lebte in Stettin als Vorsteher der apostolischen Gemeinde. Dort starb er am 7. 3. 1910.
      Quellen:
      Koessler, S. 5751
      Born, Karl: Das Werk des Herrn unter Aposteln. - Bremen, 1974, S. 206-207
⇒ 16S

Tschebyschew, Pafnutij Lwowitsch
russischer Mathematiker, * Okatowo (Gebiet Kaluga) 26. 5. 1821, † Sankt Petersburg 8. 12. 1894;
1850-82 Professor an der Universität in Sankt Petersburg, ab 1859 Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Tschebyschew war ein vielseitiger, auch an praktischen Anwendungen interessierter Mathematiker; u. a. erarbeitete er Methoden zur Konstruktion geografischer Karten und widmete sich technischen Problemen; im Zusammenhang mit Überlegungen zur Getriebelehre (Watt-Geradführung) entwickelte Tschebyschew die nach ihm benannten Polynome. In seinen frühen Arbeiten beschäftigte er sich mit der Zahlentheorie, v. a. der Primzahlverteilung, und wirkte an der Herausgabe der zahlentheoretischen Manuskripte von L. Euler mit. Bedeutende Beiträge leistete Tschebyschew auch zur Approximations-, Integrations- und Wahrscheinlichkeitstheorie; u. a. bewies er eine Verallgemeinerung des Gesetzes der großen Zahlen.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Pafnuti_Lwowitsch_Tschebyschow
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Chebyshev/
⇒ 16H

Valson, Claude Alphonse
franz. Mathematiker, * Gevrey-Chambertin 13. 12. 1826, † Lyon 22. Juli 1901.
Er war Professor in Marseille und Grenoble. Er bearbeitete das Werk von A.-L. Chauchy. 1868 publizierte er eine Cauchy-Biographie.
      Quelle:
      //fr.wikipedia.org/wiki/Alphonse_Valson
⇒ 15B

Volterra, Vito
ital. Mathematiker und Physiker, * Ancona 3. 5. 1860, † Rom 11. 10. 1940;
1892 Professor der Mechanik in Turin, 1900-31 Professor in Rom. Volterra leistete wichtige Beiträge zur Funktionalanalysis, zur Theorie der Differenzial- und Integralgleichungen (Volterra-Integralgleichungen) sowie zu mathematischen Anwendungsgebieten wie der Mechanik, Elastizitätstheorie, Potenzialtheorie und Biomathematik.
      Quellen:
      Brockhaus online
      //de.wikipedia.org/wiki/Vito_Volterra
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Volterra/
⇒ 18C

Wangerin, Albert
Mathematiker, * Greifenberg 18. 11. 1844, † Halle 25. 10. 1933. Studium der Mathematik und Physik in Halle, welches 1866 an der Universität Königsberg mit der Promotion abgeschlossen wurde. Danach war er Gymnasiallehrer in Posen und Berlin. 1876 wurde er zum a.o. Prof. für Mathematik an der Berliner Univerfsität ernannt. 1882 folgte er einen Ruf an die Universität in Halle, wo er bis 1919 als ord. Prof. der Mathematik lehrte.
      Quellen:
      //de.wikipedia.org/wiki/Albert_Wangerin_(Mathematiker)
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Wangerin/
      Catalogus Professorum Halensis
⇒ 16S

Weber, Heinrich
Mathematiker,
* Heidelberg 5.3.1842, † Straßburg 17.5.1913; ab 1870 Prof. am Eidgenöss. Polytechnikum Zürich, anschließend in Königsberg, Berlin, Marburg, Göttingen und ab 1895 in Straßburg.
W. arbeitete auf dem Gebiet der mathemat. Physik u.a. über partielle Differenzialgleichungen und leistete bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Algebra und der Zahlentheorie, v.a. zur Darstellungstheorie der Gruppen und zur Körpertheorie. Sein 1895/96 veröffentlichtes zweibändiges »Lehrbuch der Algebra« war ein Standardwerk.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 23, S. 632
      Gottwald, S. 483
      DMV Bd. 23, S. 431-444
      HGL S. 287-288
      Pogg. III. S. 1422-1423, IV. S. 1601-1602
      //histmath-heidelberg.de/homo-heid/weber-h.htm
      //mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Weber_Heinrich/
      //de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Weber_(Mathematiker)
⇒ 08K

WEIERSTRASS, Karl
NR 12. 1897, S. 218-234
⇒ 07K, 12C, 12W, 16H, 27P

Dt. Reich: Wilhelm I.
Dt. Kaiser (seit 1871) und König von Preußen (seit 1861),
* Berlin 22.3.1797, † ebd. 9.3.1888; zweiter Sohn von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und der Königin Luise; Großvater von [Wilhelm II.]; nahm an den Feldzügen 1814/15 teil, heiratete 1829 Augusta, Prinzessin von Sachsen-Weimar. Mit der Thronbesteigung seines älteren und kinderlosen Bruders Friedrich Wilhelm IV. (1840) erhielt W. als Thronfolger den Titel »Prinz von Preußen«.    . . .
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus Bd. 24, S. 210
      ADB Bd. 42, Seite 517-692
      //de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)
⇒ 21D

Wislicenus, Johannes Adolph
Chemiker, * Kleineichstedt 24. 6. 1835, † Leipzig 5. 12. 1902;
ab 1865 Professor an der Universität, ab 1870 zugleich am Polytechnikum (heute ETH) in Zürich, ab 1872 in Würzburg und ab 1885 in Leipzig. Wislicenus leistete wichtige Vorarbeiten zur Lehre vom asymmetrischen Kohlenstoffatom, arbeitete über Synthesen organischer Stoffe (Milch- und Adipinsäure) und stereochemische Isomere.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus online
⇒ 16S

Wolfskehl, Paul
Arzt und Mathematiker, * Darmstadt 30. 6. 1856, † Darmstadt 13. 9. 1906.
Wolfskehl studierte von 1875 bis 1880 (Promotion) Medizin; da er an Multipler Sklerose zu leiden begann, studierte er Mathematik in Bonn und Berlin. Von 1887 bis 1890 hielt er Vorlesungen über Zahlentheorie in Darmstadt, konnte dies aber wegen seiner fortschreitenden Lämungen nicht fortsetzen. 1905 stiftete er den Wohlkehl-Preis zum Beweis der Fermatschen Vermutung. Dieser Preis konnte 1997 an Andrew Wiles (* 1953) vergeben werden.
      Quelle:
      //de.wikipedia.org/wiki/Paul_Wolfskehl
⇒ 27P

Zeller, Eduard (Gottlob)
ev. Theologe und Philosoph,
* Kleinbottwar (heute zu Steinheim an der Murr) 22.1.1814, † Stuttgart 19.3.1908, wurde 1847 Prof. für Theologie in Bern, 1849 in Marburg, 1862 Prof. für Philosophie in Heidelberg, 1872-95 in Berlin. Z. gehörte als Schüler F.C. Baurs der Tübinger Schule an und gründete deren wiss. Organ, die >Theolog. Jahrbücher< (1842-57). Er widmete sich v.a. der Erforschung des Urchristentums. Zudem war er ein bedeutender Historiker der griech. Philosophie und wandte sich von G.W.F. Hegel ausgehend, später dem Neukantianismus zu.
(aus Brockhaus)
      Quellen:
      Brockhaus 24, S. 513
      HGL S. 309-310
      //de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Zeller
⇒ 07K

Zenker, Wilhelm Gustav Friedrich
Naturforscher und Fotograf, * Brunow 2. 5. 1829, † Berlin 21. 10. 1899;
studierte von 1847 bis 1850 Naturwissenschaften in Berlin und war dann als Gymnasiallehrer tätig.
Er verfasste eine Reihe populärwissenschaftlicher Schriften sowie 1867 ein »Lehrbuch der Photochromie (Photographie in natürlichen Farben)«.
      Quellen:
      Koessler, S. 6346-6347
      Jahrbuch der angewandten Naturwissenschaft. Bd. 15 (1900), S. 496
⇒ 16S

Quellen zu den Kurzbiographien


Letzte Änderung: April 2026     Gabriele Dörflinger   Kontakt

Zur Inhaltsübersicht:   Historia Mathematica     Heidelberger Texte zur Mathematikgeschichte     Emil Lampe