Hermann Schapira

Mathematikstudium und Dozent in Heidelberg.
Hermann Schapira gehört zu den Gründern der Zionistischen Bewegung. Er schlug — ganz Kaufmann — die Gründung eines Nationalfonds zum Landerwerb in Palästina vor.
Schapira, Hermann  (4.8.1840 - 8.5.1898)
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Lebensdaten

Heidelberger Gelehrtenlexikon / Dagmar Drüll. - Heidelberg
Bd. 2. 1803-1932. - 1986, S. 233

Schapira, Hermann

1883-1890 Phil. Fak
1890-1898 Nat.-Math. Fak.

Mathematik

*   4. Aug. 1840 Erswilken (Rußland)
†   8. Mai 1898 Köln (mosaisch)
V   Salomon Sch.
M   Eva Schapira (sic!)
Clara Blank
K   ?

Lb   1860 Rabbiner Erswilken; 1868 Stud. an Gewerbe-Akad. Berlin; 1871-1878 Kaufmann Odessa (Rußland); WS 1878/79 Stud H; 17. Dez. 1880 Dr. phil. H; 6. Juni 1883 Habilitation H; 31. Juli 1887 a.o. Prof. H

Gründer des ersten nationaljüdischen Vereins »Zion« in Deutschland

Qu   UAH A-219/PA; UAH Fak.-Akten H-IV-102/94, H-IV-102/101
W   Darstellung der Wurzeln eines allgemeinen Gleichung n-ten Grades mit Hilfe von Cofunctionen aus Potenzreihen in elementarer Behandlungsweise. Leipzig 1883. - Theorie der Congruenzen. Berlin 1889. - Theorie allgemeiner Cofunktionen und einige ihrer Anwendungen. 3 Bde. Leipzig 1892.
L   ADB 53 (1907) S. 732-733; Jüdische National-Biographie 5 (1930) S. 392-393
P   Bildersammlung UAH; graph. Slg. UBH; Kurpfälz. Museum H

Abkürzungsverzeichnis

Heidelberger Adressen Hermann Schapiras
von der Immatrikulation am 22. Oktober 1878 bis zum Tod am 8. Mai 1898

1878-1881    Märzgasse 12    Promotion: 17.12.1880
1883-1884  Kornmarkt 7  Habilitation: 6.6.1883
1885-1886  Gaisbergstr. 44
1887  Kriegsstr. 8  außerordentl. Prof.: 31.7.1887
1888-1889  Luisenstr. 16
1890-1893  Schlosserstr. 4
1894-1898  Bergstr. 62
Quelle:   Adreßbücher der Stadt Heidelberg   und   Adreßbücher der Universität Heidelberg

WWW-Biographien

  Allgemeine Deutsche Biographie: Hermann Schapira / von Moritz Cantor
  Necrologio Ermanno Schapira / Moritz Cantor. Deutsch von Gabriele Dörflinger

Hermann Schapira aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

  Die Öffnung der Wissenschaften für jüdische Professoren: Naturwissenschaften — Herrmann Schapira. Aus der Dokumentation der Ausstellung Juden an der Universität Heidelberg, 2002

  Hermann Schapira
      In: Die Entwicklung des Faches Mathematik an der Universität Heidelberg 1835-1914  von Günter Kern

The Mathematics Genealogy Project

  Bilder aus dem Universitätsarchiv Heidelberg
  Hermann Schapira im Dozentenalbum der Universität Heidelberg, 1886


Print-Biographien

Allgemeine Deutsche Biographie. - Leipzig
Bd. 53 (1907), S. 732-733     ADB   (Autor: Moritz Cantor)
UB-Signatur: LSN A-EH 002
Mit neu Erworbenem erschien er im Herbst 1878 in Heidelberg und begann abermals von vorn. L. Fuchs führte ihn in die Höhen der Mathematik, deren mittlere Gebiete er bei M. Cantor kennen lernte. Schon 1883 wurde Sch. Privatdocent in Heidelberg; 1888 erhielt er den Charakter eines außerordentlichen Professors.

Berühmte israelitische Männer und Frauen / von Adolph Kohut. - Leipzig
Bd. 2. ([1900]), S. 249-250     Volltext
UB-Signatur: F 2906::2

Einer der merkwürdigsten und eigenartigsten Mathematiker aller Zeiten war der 1840 in Erswilken bei Tauroggen, einer kleinen Stadt des russischen Littauens, geborene und als Professor der Mathematik an der Heidelberger Universität in Köln am 8. Mai 1898 gestorbene Hermann Schapiro.

Koehler, C.: Hermann Schapira
In: Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. - 8 (1899), S. 61-66     digizeitschriften (Volltext)
Mit Publikationsliste
UB-Signatur: L22::8.1899

Mit seiner durch nichts zu beugenden Energie hatte es Schapira im Jahre 1878 endlich so weit gebracht, daß er seine Studien wieder aufnehmen konnte. Er bezog nun als verheirater Mann von neuem die Hochschule und ging nach Heidelberg. Dort beteiligte er sich mit nie ermattendem Eifer und immer gleicher Begeisterung an allen Vorlesungen und Übungen von Fuchs, um dessentwillen er nach Heidelberg gekommen war, und dem er bis an das Ende seines Lebens die größte Verehrung, Liebe und Dankbarkeit bewahrte. Dort gewann er auch in Moritz Cantor einen Lehrer und Freund, auf dessen Rat und Beistand er fortan in jeder Lebenslage zählen konnte.

Nachdem Schapira im Jahre 1880 in Heidelberg promovirt hatte, erging, veranlaßt durch seine Promotionsschrift, die Aufforderung an ihn, eine Stellung an der Universität Kasan zu übernehmen; er konnte sich aber nicht entschließen, Deutschland, das er als sein zweites Vaterland liebgewonnen hatte, zu verlassen. Er blieb in Heidelberg, habilitirte sich dort im Jahre 1883 und wurde 1887 zum außerordentlichen Professor ernannt.

Jaffe, Leib:
The Life of Hermann Schapira : an autobiographical fragment and selections from Schapira's writings. - Jerusalem, 1939
Hochschule f. Jüd. Studien: 922.968 SCHA


„Die Welt“ : Zentralorgan der Zionistischen Bewegung

Digital   in   Compact Memory — Wissenschaftsportal für Jüdische Studien.

Werk

Digitalisierte Werke Hermann Schapiras

Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung / digitalisiert im Göttinger Digitalisierungszentrum
Band 2 (1891/92)
Bemerkung zur Invariantentheorie binärer Formen
Band 3 (1894)
Die Iteration als Fundamentalprocess mathematischer Operationen
Ueber symmetrische quadratische Formen
Band 5 (1896)
Cribum algebraicum oder die cofunctionale Entstehung der Primzahlen
Heidelberger digitale Bibliothek Mathematik

Mischnath ha-mmidoth = Lehre von den Maßen / ins Deutsche übersetzt, erläutert und mit einem Vorwort versehen von Hermann Schapira
In: Zeitschrift für Physik und Mathematik. - Bd. 25, Suppl. (1880), S. 1-56
    UB: L 6::1880

  HeiDOK   PDF-Bild (3,8 MB)

Hermann Schapira nimmt vor allem aus sprachlichen Gründen ein hohes Alter der Schrift an. Moritz Steinschneider ist in seiner ab 1893 erschienenen Monographie   Mathematik bei den Juden  ganz anderer Ansicht.


In Heidelberg vorhandene mathematische Schriften Hermann Schapiras


Bibliographien

Biographisch-literarisches Handwörterbuch / J. C. Poggendorff. - Leipzig
Leipzig
Bd. 3 (1898), S. 1178-1179
    UB-Signatur: LSN B-AE 002     und     LSA Nat-A 001

Publikationsliste (S. 65-66) aus:
Koehler, C.: Hermann Schapira
In: Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. - 8 (1899), S. 61-66
UB-Signatur: L22::8.1899

Anfrage an Zentralblatt MATH   zum Autor   Schapira, H*   oder zum Titel   Hermann Schapira.


Letzte Änderung: 10.07.2013     Gabriele Dörflinger   Kontakt

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