14.   Kornmarkt

Kornmarkt

Univ.-Bibliothek — Karlsplatz

Der Kornmarkt — das Foto zeigt die Ostseite — ist als Platz erst im 16. Jahrhundert entstanden.

In der Mitte ist der Muttergottesbrunnen mit der Madonna (Kopie) von Peter van den Branden (1718) zu sehen. Die Statue wurde von der Marianischen Sodalität gestiftet. Die Sodalitäten sind von den Jesuiten gegründete (Laien-)Bruderschaften, die sich um Nächstenliste und Frömmingkeit bemühten; den Marianischen Sodalitäten lag die Marienverehrung besonders am Herzen.

Alle Häuser auf der Ostseite des Kornmarkts wurden um 1710 erbaut. Das zweite Haus von rechts auf dem Foto (Kornmarkt 7) entstand zwischen 1704 und 1716 mit zwei Geschossen und einem Mansarddach für den kurfürstlichen Kriegskassier Theobald Rieß. Ab 1764 befand sich darin das Gasthaus Zum Welschen Hahn, das auch in der Legende des Heidelberger Stadtplans von 1812 erwähnt wurde. Das Mansardgeschoss wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zum Vollgeschoss ausgebaut. Heute befindet sich das Hotel am Kornmarkt in dem Haus.

Lit.: MÜLLER Nr. 72, S. 79; STADT, S. 342f

Vom SS 1883 bis zum WS 1884/85 wohnte der aus Russland stammende Mathematiker Hermann Schapira in diesem Haus.


Letzte Änderung: Oktober 2017     Gabriele Dörflinger   Kontakt

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