![]() Untere Neckarstr. 3 |
Im Sommer 1850, als das alte Dominikanerkloster für die preußischen Truppen
geräumt werden musste,
mietete sich
Philipp Jolly
in dem ca. 1840 errichteten Haus des Maurermeisters
Peter Stauß in der Unteren Neckarstraße 3 ein, das nur wenige Schritte vom Kloster entfernt lag.
1854 nahm er den Ruf der Münchener Universität an und verließ Heidelberg.
In München arbeitete Jolly über Osmose und entwickelte Präzisionsinstrumente. Unter anderem schuf er eine Waage, mit deren Hilfe er exakt die Erdanziehung bestimmte. Zu diesem Zweck installierte er im Münchener Aulaturm eine Waage, deren Auslenkung mit Hilfe eines Lichtstrahls auf die Wand des Turm projiziert wurde. Zur Verstärkung der Erdanziehung wurde eine Bleikugel mit fast einem Meter Durchmesser unten in den Turm gerollt.
Literatur:
Jolly, Philipp:
Die Anwendung der Waage
auf Probleme der Gravitation, 1878 und
Die Anwendung der Waage auf Probleme der
Gravitation : zweite Abhandlung, 1881
Kirchhoff hatte 1857 Clara Richelot, die Tochter eines Mathematikers geheiratet. Clara wurde von Zeitzeugen als sehr fröhliche Frau beschrieben. Sie bekamen insgesamt fünf Kinder, von denen eines nur kurze Zeit überlebte.
Am Anfang seiner Heidelberger Zeit bearbeitete Kirchhoff vorwiegend Probleme der Elektrizität. Robert Bunsen beschäftigte sich bereits seit 1855 mit der charakteristischen Flammenfärbung beim Verbrennen von Metallsalzen. Kirchhoff brachte 1859 die Idee ein, mit Hilfe eines Spektralapparats die Farben leichter zu identifizieren. Daraus resultierte die Entdeckung der Spektralanalyse.
1866 verletzte sich Kirchhoff auf der Treppe einen Fuß. Infolgedessen hatte er lange Jahre Gehbeschwerden, er musste zweitweilig sogar einen Rollstuhl benutzen. Wahrscheinlich beeinträchtigte ihn diese Verletzung bei seinen physikalischen Versuchen. Ab 1866 wendete er sich der mathematischen Physik zu.
Drei Jahre darauf starb seine Frau; seine Schwiegermutter holte die beiden Mädchen zu sich nach Königsberg, für seine beiden Jungen sorgte ein Hauslehrer. Aber Ende 1872 heiratete er Luise Brömmel, die sich hervorragend mit seinen Kindern verstand. Die zweite Ehe blieb kinderlos, war aber sehr glücklich. 1873 lehnte Kirchhoff den Ruf an die neu gegründete Berliner Sonnenwarte ab, aber 1875 bot Berlin eine gleichzeitige Berufung an die Universität und die Akademie mit einem sehr guten Gehalt an. Dieses Angebot nahm Kirchhoff an und wechselte nach Berlin.
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Letzte Änderung: Oktober 2017 Gabriele Dörflinger
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