76. Hauptstr. 47-51 — Friedrichsbau
Nachfolger Leo Koenigsbergers bis 1969

William Threlfall
Foto: Univ.-Archiv Scan-ID 3383

Bismarckplatz — Stadthalle

1913-1919  Paul Stäckel
1914-1922  Oskar Perron
1920-1935  Heinrich Liebmann
1922-1935  Artur Rosental
1937-1945  Udo Wegner
1937-1975  Herbert Seifert
1946-1949  William Threlfall
1952-1969  Friedrich Karl Schmidt
1957-1965  Gottfried Köthe
1958-1979  Hans Maaß
1960-1971  Klaus Krickeberg
1963-1996  Albrecht Dold
1965-1972  Horst Leptin
1966-1968  Konrad Jörgens
1967-1996  Peter Roquette
1968-1996  Dieter Puppe
1968-1997  Wilhelm von Waldenfels

Zu den bisher noch nicht skizzierten Personen nachfolgend einige Informationen

Udo Wegner (1902-1989)

studierte Mathematik in Berlin und habilierte sich 1929 in Göttingen. 1931 wurde er als o. Prof. an die TH Darmstadt berufen und 1937 kam er als Nachfolger Artur Rosenthals nach Heidelberg. Er war seit 1933 Mitglied der SA und galt im Nationalsozialismus als politisch zuverlässig. Zwischen Wegner und Herbert Seifert, der den anderen math. Lehrstuhl innehatte, kam es sofort zu Spannungen, da Seifert politsche Verdienste im Nationalsozialismus — im Gegensatz zu Wegner — nicht als Kompensation wissenschaftlicher Leistungen anerkannte. Seifert ließ sich ab 1939 zur Luftfahrtforschungsanstalt in Braunschweig beurlauben, während Wegner versuchte seine eigene Luftfahrtforschung in Heidelberg aufzubauen. Nach dem II. Weltkrieg erhielt Wegner mehrere Lehraufträge, bis er 1956 einen Ruf an die Universität Saarbrücken erhielt.

William Threlfall (1888-1949)

„William Threlfall, der Mathematiker, durfte sein Leben der Reinheit dieser Forschung und deren Bewährung in den Gesinnungen widmen. Von Vaterseite britischer, von Mutterseite deutscher Abkunft ist er auch ein Beispiel jener so rätselhaften Sonderbegabungen, ohne welche die Wissenschaften nicht entstehen würden. Die Topologie in der Mathematik ist von ihm in den Grundlagen geschaffen und gemeinsam mit Herbert Seifert in einem Lehrbuch dargestellt worden. Sodann wandte er sich der Analysis im Großen zu. Eine zusammenfassende Darstellung dieser Untersuchungen ist seine 'Variationsrechnung im Großen'. Schülerkreis, Fachgenossen und akademisches Wirken sollten die Sprödigkeit dieser Materie immer mehr überwinden und widerlegen. Aber er ist uns durch einen unerwarteten Tod entrissen worden.“
August Seybold: Gedenken an William Threlfall
In: Ruperto Carola. — Heidelberg. — Nr. 4 (1951), S. 17

Horst Leptin (1927-2017)

studierte in Hamburg Mathematik und habilitierte sich dort 1957. Von 1965 bis 1972 lehrte er in Heidelberg als o. Prof. für Angewandte Mathematik. Dann wechselte er an die Universität Bielefeld, wo er 1992 emeritiert wurde. Anfang des 21. Jahrhunderts kehrte er in seine Heimatstadt Hamburg zurück, wo er am 13. Aug. 2017 verstarb.
Er beschäftigte sich vor allem mit Topologischer Algebra, Funktionalanalysis und Harmonischer Analysis. Von 1977 bis 1995 war er Mitherausgeber des renommierten Journals für die reine und angewandte Mathematik (Crelle-Journal).
Nachruf der Universität Bielefeld

Peter Roquette (* 1927)

begann seine wissenschaftliche Laufbahn nach der Promotion in Hamburg 1951 als Assistent am Math. Forschungszentrum Oberwolfach. In München habilitierte er sich 1954 und wirkte nach mehreren Zwischenstationen von 1967 bis 1996 als o. Prof. in Heidelberg. 1978 wurde er Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Dieter Puppe (1930-2005)

studierte in Göttingen und Heidelberg, wo er 1954 promoviert wurde. Ab 1960 lehrte er an der Universität Saarbrücken, bis er 1968 als o. Prof. nach Heidelberg zur"ckkehrte.

Wilhelm von Waldenfels (* 1932)

schloss 1962 sein Studium mit der Promotion in Bonn ab. Er arbeitete als Dozent in Saarbrücken und ab 1968 als o. Prof. in Heidelberg.


Letzte Änderung: Februar 2018     Gabriele Dörflinger   Kontakt

Zur Inhaltsübersicht     Historia Mathematica Heidelbergensis     Homo Heidelbergensis