Adolf Kneser

Studium der Mathematik im Sommersemester 1880 in Heidelberg.
A. Kneser immatrikulierte sich am 24. April 1880 ( Matrikelbuch der Universität Heidelberg) und wohnte in der Bauamtsgasse 4 ( Adressbuch der Heidelberger Universität).
Kneser, Adolf (19.03.1862 - 24.01.1930)
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Lexikon bedeutender Mathematiker / hrsg. von Siegfried Gottwald ... - Thun [u.a.], 1990. - S.250

Kneser, J. C. Chr. Adolf: geb. 19. 3. 1862 Grüssow bei Malchow (Mecklenburg), gest. 24. 1. 1930 Breslau (Wroclaw). — K., Sohn eines evangelischen Pfarrers, besuchte in Rostock die Schule und begann dort sein Studium. Als Schüler von L. KRONECKER in Berlin promovierte er bei diesem 1884 über Irreduzibilität und Monodromiegruppen algebraischer Gleichungen und habilitierte sich im gleichen Jahr in Marburg über Fundamentalsätze aus der Theorie algebraischer Funktionen. 1889 wurde K. Prof. der Mathematik in Dorpat (Tartu), wirkte dann an der Bergakademie Berlin 1900-1905 und in Breslau (Wroclaw) 1905-1928.

K. lieferte grundlegende Arbeiten zur Variationsrechnung („Lehrbuch der Variationsrechnung“ Braunschweig 1904). Die Kurven, die der Euler-Lagrangeschen Differentialgleichung eines Variationsproblems (notwendige Bedingungen für ein Extremum) genügen, nennt man nach K. Extremalen. Wenn die Endpunkte einer Extremalen nicht fest vorgegeben sind (keine Zwangsbedingungen), sondern sich auf Mannigfaltigkeiten bewegen können, so sind in den Endpunkten gewisse freie Randbedingungen notwendigerweise zu erfüllen, die mit K. als Transversalitätsbedingungen bezeichnet werden. Gleichfalls ist der Feldbegriff von ihm. Für geodätische Linien entwickelte G. DARBOUX hinreichende Bedingungen für das Minimum der Bogenlänge. K. erweiterte diese Theorie auf ebene Variationsprobleme in Parameterdarstellung (feste und freie Randwerte), ohne die Untersuchung der 2. Variation zu benötigen, und schuf so eine von K. WEIERSTRASS unabhängige Theorie. Der Knesersche Transversalensatz verallgemeinert einen in der geometrischen Optik einsichtigen Sachverhalt: Die Lichtstrahlen (Extremalenfeld) und die zugehörigen Wellenflächen (transversale Schar, auch geodätische Aquidistanten) bilden ein geodätisches Feld, in de je 2 Wellenflächen T1 und T2 auf allen Strahlen (Feldextremalen) Bogen mit gleicher optischer (geodätischer) Länge ausschneiden (gleicher Wert des Grundintegrals des Variationsproblems). Weiterführende Untersuchungen, insbesondere in der rnehrdimensionalen Variationsrechnung, stammen vo H. BOERNER (1906-1982) und C. CARATHÉODORY wobei auf die vollständige Figur verzichtet wird

Zahlreiche Beiträge publizierte K. zur Funktionentheorie, insbesondere zu elliptischen Funktionen, zu Integralgleichungen („Integralgleichungen und Anwendungen in der mathematischen Physik“, Braunschweig 1922), zur Geometrie, zur Algebra und zur Mechanik. K. war einer der herausragenden Mathematiker in Deutschland um 1900.

Poggendorff, Dictionary of Scientific Biography — Rüdiger Thiele

Brockhaus - Die Enzyklopädie. - 20. Aufl. - Leipzig
Bd. 12 (1996), S. 120

Kneser, Adolf, Mathematiker,
* Grüssow (Landkreis Müritz) 19.3.1862, † Breslau 24.1.1930; wurde 1889 Professor in Dorpat, wirkte ab 1900 an der Bergakademie in Berlin und 1905-28 in Breslau. Beiträge zur Theorie der ellipt. Funktionen, der linearen Differentialgleichungen und Integralgleichungen sowie zur Geometrie; K.s wichtigstes Arbeitsgebiet war die Variationsrechnung (»Lehrbuch der Variationsrechnung«, 1900).

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Adolf Kneser wohnte im Sommersemester 1880 in der Bauamtsgasse 4. Die Bauamtsgasse befindet sich in der westlichen Heidelberger Altstadt.

Foto: Gabriele Dörflinger, 2011


Print-Biographien

Dictionary of Scientific Biography. - New York
Vol. 7, p. 407-408
UB-Signatur: LSN B-AE 014

Koschmieder, L.:
Adolf Kneser
In: Sitzungsberichte der Berliner Mathematischen Gesellschaft. - 29 (1930), S. 78-102
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Koschmieder, Lothar:
Adolf Kneser
In: Sitzungsberichte der Berliner Mathematischen Gesellschaft. - 29 (1930), S. 78-102
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Bibliographien


Biographisch-literarisches Handwörterbuch / J.C. Poggendorff. - Leipzig
Bd. 4 (1904), S. 764-765
Bd. 5 (1925), S. 641-642
Bd. 6,2 (1937), S. 1340

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Letzte Änderung: 14.01.2013     Gabriele Dörflinger   Kontakt

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